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Luftgedämmte Neubauten und Niedrigenergiehäuser erfordern exakt geplante Maßnahmen zur kontrollierten Wohnraumlüftung, um einerseits das Gebäude mit Frischluft zu versorgen und andererseits im Inneren entstehende Luftfeuchtigkeit, Schimmelsporen und Ausdünstungen auszugleichen. Damit die Energie der zuvor beheizten und nun verbrauchten Atemluft nicht nach ihrem kurzzeitigen Einsatz im Außen verpufft, wird sie sozusagen recycelt. Die effektivste Möglichkeit der Wärmerückgewinnung besteht über zentrale Lüftungsanlagen. Das von Ventilatoren betriebene Zu- und Abluftsystem übernimmt zuverlässig den Luftaustausch im Haus und kann sogar um die 90% der Wärme abströmender Raumluft wieder der Zuluft zufügen.
Inhalt:
Schimmelbefall ist nicht, wie angenommen, ein reines Altbauphänomen, sondern kann in unerwartet hohem Maße auch in neu errichteten Gebäuden (Effizienz-, Passiv-, Null- bzw. Plusenergiehäuser) vorkommen. Der Verband Privater Bauherren e.V. schätzte die Zahl der betroffenen Neubauten im Jahr 2012 auf gut 50%! Dieser hohe Wert kommt zustande, da bereits in der Bauphase eine große Gefahr für Schimmelbildung und andere Feuchteschäden liegt. Wasser gelangt durch mangelhafter Abdeckung z.B. bei Regen und Schnee auf Winterbaustellen in den Rohbau und sammelt sich in den Materialien. Wird der Bau dann per Dach und Fenster ohne ausreichend Trockenzeit luftdicht fertig gestellt, oder wenn aus Kostengründen bzw. Unwissenheit zu wenig geheizt wurde, vermehren sich die in der natürlichen Umgebung stets vorkommenden Schimmelsporen unbemerkt im feuchtwarmem Klima.
Arbeitet Ihr beauftragtes Bauunternehmen nach dem Motto "Zeit ist Geld" und drängt auf schnellen Einzug, lassen Sie den Bau vorsichtshalber von einem Fachmann begutachten. Der Verband Privater Bauherren empfiehlt sogar die stetige Kontrolle durch einen unabhängigen Sachverständigen. Werden am bereits bezogenen Haus Baumängel durch Feuchtigkeit festgestellt, sind Sie als Käufer auf der rechtlich abgesicherten Seite. Der Bau wurde in dem Fall nicht ordnungsgemäß übergeben.
Doch gehen wir davon aus, dass das Gebäude nach Vorschrift errichtet und ausgehändigt wurde. Dennoch gibt es auch in fertigen Neubauten einige Risikofaktoren, die ein hohes Potential zur Schimmelentstehung bergen.
In neuwertigen Gebäuden (Aktiv- und Passivhaus) sind die Hauswände aufgrund ihrer hervorragenden Wärmedämmung luftdicht verschlossen und Fugendurchlässigkeit ist nicht mehr gegeben. Doch natürlich muss weiterhin Frischluft ins Haus und durchlebte, feuchte Luft wieder nach außen befördert werden. Sonst schlägt die im Neubau entstehende Luftfeuchtigkeit aus Mangel an Ausweichmöglichkeiten an den etwas kühleren Gebäudewänden an und kondensiert zu Wasser.
Bis zu 12 Liter Wasserdampf gibt eine Familie mit zwei Kindern und einigen Raumpflanzen täglich ab. Nicht nur beim Duschen und Kochen, wo man den aufsteigenden Dampf tatsächlich sieht, sondern auch im Schlaf und bei der Hausarbeit, wenn beispielsweise Böden und Regale feucht gewischt werden, entsteht der wasserhaltige Dunst. Auch schweißtreibende Fitnessübungen am Heimtrainer und das Aufhängen der Wäsche im Innenraum führen zu verstärkter Feuchtigkeit. Natürlich sollen Sie auf diese Tätigkeiten im Eigenheim nicht verzichten und nach Ihren eigenen Vorstellungen leben können! Es sind lediglich einige Vorkehrungen zur kontrollierten Wohnraumlüftung zu treffen, um den Wohnraum dauerhaft trocken zu halten.
Fenster auf, Frischluft rein? Die ehemaligen Lüftungsgewohnheiten aus Altbauten können, mal abgesehen von der gesetzlichen Regelung, nach der energetischen Sanierung bzw. dem Bezug eines Neubaus nicht einfach übernommen werden. In alten Häusern strömte Außenluft unkontrolliert durch die undichte Mauer, das Dach und Fugen an Türen und Fenstern. Daher war, auch wenn die manuelle Lüftung etwas vernachlässigt wurde, im Haus ein Mindestluftwechsel gegeben und Schimmel trat nur in besonders feuchten Räumen auf.
Das Vergessen der Lüftungspflicht würde sich im Neubau hingegen rasch rächen und zwangsläufig zu Schimmelbildung führen, da Wasserdampf (ohne Lüftungsanlage) nicht anders austreten kann. Stellen Sie sich nur einmal vor, Sie müssten ein komplettes Gebäude mehrmals täglich in allen Zimmern Stoßlüften! Sparen Sie sich Ihre Zeit und die Heizkosten bei Verwendung von Wärmerückführungstechnik dank voll automatisierter, ventilatorbetriebener Anlagen zur kontrollierten Wohnraumlüftung.
Dezentrale Zu-und Abluftanlagen dienen hauptsächlich der Unterstützung des Luftwechsels in einzelnen Räumen mit besonders hohem Wasserdampfvorkommen z.B. im Bad, dem Gäste-WC, in Küchen und Räumen zum Trocknen der Wäsche. Je nach Grundriss und baulichen Gegebenheiten lassen sich auch einzelne Kellerräume damit trocken halten. Der Einbau dezentraler Anlagen ist günstiger und baulich oftmals wesentlich simpler umsetzbar als bei zentralen Anlagen. Sie werden daher gern in Altbauten zur energetischen Sanierung genutzt.
Bereits über dezentrale Einbauten ist eine bemerkenswerte Wärmerückführung über 70% der Heizenergie möglich, doch die Effizienz der zentralen Anlagen bleibt Spitzenreiter bei unschlagbaren 90-95 %! Ein weiterer Nachteil im direkten Vergleich zur zentralen Lösung ist, dass die Betriebsgeräusche deutlicher, da direkter, wahrnehmbar sind und empfindliche Menschen sich dadurch evtl. gestört fühlen.
Bei zentralen Lüftungsanlagen gibt es drei Funktionsarten, über deren sinnvollen Einsatz mithilfe des Lüftungskonzeptes laut DIN 1946-6 zur Lüftung von Wohnungen entschieden wird. Ausschlaggebend für die Bestimmungsart der Anlage ist, dass für alle Räume ein hinreichender Luftwechsel ermöglicht wird.
Von einer zentralen Abluftanlage (ohne Wärmerückführung) spricht man, wenn der inliegende Ventilator über Lüftungsschächte mit den Räumlichkeiten verbunden ist, in denen Abluftklappen installiert wurden. Frische Luft gelangt über dezentrale Zuluftventile in der Gebäudewand hinein.
Bei der Variante des kombinierten Zu- und Abluftsystems (ohne Wärmerückführung) wird zusätzlich zur zentralen Abluftentsorgung auch die Zuluft zentral über den Ventilator angesaugt und verteilt.
Zwar ist es laut deutscher Energiesparverordnung (EnEV) keine Pflichtvorgabe, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückführung zu verwenden, doch hat sich in der Praxis gezeigt, dass die vorgeschriebenen Ziele wie weniger Primärenergieverbrauch zum Heizen und geringerer Wärmeenergieverlust, über diese lüftungstechnische Maßnahme am ehesten erreichbar sind.
Bei der Wärmerückführung per Zu- und Abluftanlage werden beide Luftströme über den zentral installierten Ventilator gesteuert. Verbrauchte und feuchte Luft wird abgesaugt und z.B. über einen Dachdurchlass wieder nach außen abgegeben. Frischluft wird an zentraler Stelle von außen ins Haus eingesaugt und über Lüftungskanäle in alle Zulufträume geleitet, wobei die Einfuhrmenge der Zuluft der Abluft entspricht um Unterdruck zu vermeiden. Zulufträume sind z.B. Wohn- und Schlafzimmer, typische Ablufträume mit hoher Feuchtewahrscheinlichkeit sind Bad, Küche und WC. Die Zugrichtungen beider Ströme schneiden sich bei der zentralen Wärmerückführungstechnik in einem Kreuzstrom-Wärmetauscher, auch Wärmeübertrager oder Rekuperatoren genannt, sodass die Temperatur der kühlen einströmenden Zuluft an die Wärme der Abluft angeglichen wird. So simpel sich diese Methode anhört, so unglaublich effektiv ist ihre Wirkung. Mindestens 75% Wärme aus der Abluft können dabei zurückgewonnen werden, je nach Hersteller und Modell sind sogar bis zu 95% erreichbar.
Vorteile:
Nachteile:
Eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile verschiedener Lüftungsanlagen hier.
Darauf sollten Sie beim Kauf achten:
Der hinreichende Luftwechsel in allen Zimmern des Hauses muss vor Einbau der Anlage von einem Fachmann geplant und berechnet werden. Der Einbau ist in einem gut erreichbaren und doch freistehendem Raum wie z.B. im Keller, Dachboden, Speicher oder in Lager üblich und auch in Heizungsräumen von Restaurants, Büros und anderen gewerblich genutzten Räumlichkeiten möglich. Beherzigen Sie bei der Auswahl die Kubikmeter-Angabe zur Wohnfläche in der jeweiligen Artikelbeschreibung. Damit die Lüftungsanlage gänzlich ohne Zugerscheinungen und mit besten Wärmerückführungsergebnissen arbeitet, sollte die hohe Luftdichtheit des Hauses zuvor von einem Fachmann bestätigt werden. Mit der Differenzdruck-Messung, auch Blower-Door-Test, lässt sich die vorherrschende Luftwechserate exakt messen.
Um jahrzehntelangen hygienischen Betrieb zu garantieren, ist die Anbringung der Lüftungskanäle in wartungs- und reinigungsfreundlicher Position vorteilhaft. Bitte beachten Sie die genaue Vorgabe des Herstellers in der Bedienungsanleitung. Der Einbau ist je nach Modell meist auf mehrere Arten möglich, z.B. liegend, stehend, horizontal oder vertikal. Auch Angaben zu Filtern und benötigten Lüftungsrohren sowie ergänzbaren Steuerungen und Sensoren schwanken je nach Marke. Falls nicht im Lieferumfang enthalten, ergänzen Sie Ihre Anlage ggf. um schalldämmende Maßnahmen.
Tipp: Energieeffizientes Bauen staatlich fördern lassen durch einen Zuschuss der KFW Bank.
Die Frage ob man mit einem Zuluftsystem, dass Frischluft aus der Umgebung ins Haus einführt, nicht starken klimatischen Schwankungen unterworfen ist, ist durchaus berechtigt. Auch wäre eine Wärmerückführungstechnik in den heißen Sommermonaten geradezu fatal! Weder sollen Sie im Winter unter Minustemperaturen leiden noch sich unter sommerlicher Hitze plagen. Im Sommer können Sie die Anlage z.B. so einstellen, dass Sie nachts, wenn es draußen verhältnismäßig kühl und frisch ist, mehr Außenluft ansaugt als tagsüber. Über einen "Sommerbypass", eine technische Ergänzung zum Vermeiden des direkten Kreuzstromes, wird die Wärmerückführung für die heißen Monate geschickt umgangen.
Im Winter hingegen kommt die Möglichkeit der Wärmerückführung voll zum Tragen. Die integrierten Feuchte- und Temperatursensoren (nicht bei allen Herstellern) reagieren automatisch auf Regen, starken Wind oder sehr kalte Außenluft. Ein Frostschutzventil sichert empfindliche Innenteile wie den Wärmetauscher vor Eisbildung. In Ortschaften mit extremen Witterungsbedingungen lässt sich optional ein elektrischer Rohrlufterhitzer ergänzen.
Eine zentrale Lüftungsanlage erfordert viel Pflege und eine regelmäßige Wartung vom Fachmann. Dazu gehört das halbjährliche Auswechseln bzw. Reinigen der Filter und bei Bedarf die Säuberung der Lüftungskanäle. Die tatsächliche Abnutzung der Filter hängt am Schmutzgehalt der Außenluft (Umgebung mit sandigem Boden, Feinstaub durch stark befahrene Hauptstraße, Pollen durch Nähe zu Wald- und Wiese, Spinnweben an Außendurchlässen) und der Innenluft (Milben, Haare von Haustieren, Fett und andere Küchenausdünstungen, Hausstaub). Feine Filterarten für die Innenräume halten Stäube und kleinere Schmutzpartikel bis hin zu Bakterien und Keimen ab und sorgen für gesunde Atemluft. Auch Gerüche aus Küche, Raucherraum und WC werden z.B. mit Aktivkohle gebunden und verteilen sich nicht in den übrigen Räumlichkeiten.
Zuluftrohre sind im Regelfall durch vormontierte Filterklappen (Produktlink) und dahinter angebrachten Grob- oder Vorfilter vor Verunreinigungen und einfliegende Insekten geschützt. Doch in der Praxis gelingt es kleinen Teilen wie Kies, Ästchen und Blättern im bestimmten Winkel doch gelegentlich hindurch zu gelangen. Deswegen sollten Sie sich nicht nur auf die Filterwechsel verlasen, sondern auch Rohre regelmäßig kontrollieren.
Auch die Abluftrohre leiden unter Verunreinigungen aus dem häuslichen Leben, z.B. Staub und Fettablagerungen aus der Küchenluft. Damit sich der Unrat nicht im Rohr ansammelt und den Luftweg verstopft, müssen die Leitungen in sauberem Zustand gehalten werden. Beim Filterwechsel haben Sie eine gute Möglichkeit, Verunreinigungen zu entdecken bevor die Luftleistung geschmälert wird. Sind Filter verstopft oder stark verunreinigt, werden unhygienische Stäube ggf. durch den gesamten Wohnraum transportiert oder im schlechtesten Fall funktioniert die komplette Lüftungsanlage nicht mehr richtig. Eine Studie der Hochschule Luzern (Schweiz, 2012) bemängelt den hygienischen Zustand von Lüftungsanlagen. Die Hälfte der untersuchten Anlagen wies verkehrt eingebaute Filter oder ungenügende technische Ausstattung auf, ein Drittel war verschmutzt oder hatte bereits erkennbare Wasserschäden wie Rostbefall. Dennoch war die Raumluft in über 90% der Fälle von gutem Zustand, die erhöhte Keimanzahl führte bei den Bewohnern nicht zu Gesundheitsschäden. Als Empfehlung lautet dennoch das Einsetzen von geprüften Filtern und Kontrollen durch eine zugelassene Fachkraft. Der talentierte und geübte Heimwerker kann dies ggf. auch selbst bewältigen, ansonsten stehen Ihnen viele Experten gern mit einem Rundumservice zur Seite.
Einen Vordruck zur Reinigungsanfrage vom Fachverband Gebäude Klima e. V. mit einer Auflistung bundesweiter Anbieter zur Reinigung der Belüftungsanlage erhalten Sie hier.
Nutzten Sie das abgestimmte Zubehör unserer Markenhersteller um bestmögliche Lüftungsergebnisse Ihrer Anlage zu erreichen und sie optimal auf die Anforderungen Ihres persönlichen Wohnraumes einzustellen:
Quellenangabe:
http://wohnungslueftung-ev.de/
http://www.energieheld.de/heizung/klimaanlage-und-lueftung/lueftungsanlage
http://www.energiewelt.de/web/cms/de/1236518/energieberatung/heizung/lueftungsanlagen/zentrale-lueftungsanlage/
http://www.co2online.de/energie-sparen/heizenergie-sparen/lueften-lueftungsanlagen-fenster/lueftungsanlage-das-sind-die-kosten/
http://www.baunetzwissen.de/standardartikel/Heizung-Zentrale-und-dezentrale-Wohnungslueftungs-Systeme_900959.html?
http://www.vpb.de/download/VPB-Ratgeber-Schimmel-im-Neubau.pdf
http://www.zuhause.de/schimmel-im-neubau-diese-fehler-besser-vermeiden/id_77072986/index
http://www.bauinnovationen.ch/fileadmin/ablage/Bauinnovationen/PDF_Artikel_Bauinnovationen/HTE_1210_026-028_LUEFTUNG_KNUESWL.pdf
http://www.fgk.de
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