Qualitätsrichtlinien bei Lüftungstechnik – Das gilt es, beim Kauf zu beachten

Nicht jede Lüftungstechnik (Beispiele: Zu- und Abluftsystem, Deckenventilator, Klimaanlage) ist wie die andere und vor allem dann, wenn das Kaufvorhaben einen Deckenventilator beinhaltet, steht der potentielle Käufer vor Problemen. Zum einen sieht er sich einer großen Produktauswahl gegenübergestellt und zum anderen weiß er nicht, was er selbst beachten sollte beziehungsweise was die Produkte und auch der Händler leisten müssen. Das ist auf Landes-, Bundes-, oder europäischer Eben geregelt. Wer sich hierüber einen kleinen Überblick betreffend der wichtigsten gesetzlichen Regelungen schafft, weiß, in welches Produkt es sich zu investieren und lohnt und in welches nicht. Außerdem ist es mithilfe dieser Informationen möglich, einzuschätzen, was ein Produkt überhaupt für Anforderungen erfüllen muss, ehe es hierzulande auf dem Markt angeboten werden darf. Dieses Wissen hilft, die Qualität der entsprechenden Lüftungstechnik, einzuschätzen. Werden außerdem noch ein paar Aspekte bezüglich des Einsatzorts und der Betriebsart beachtet, kann beim Kauf nicht mehr viel schiefgehen.

Gesetzliche Grundlagen

Die meisten gesetzlichen Grundlagen und Richtlinien betreffen entweder den Hersteller selbst oder aber den Installateur. Das Zweite gilt insbesondere dann, wenn es sich um die Montage einer umfassenden Lüftungstechnik in und um ein Gebäude handelt. Während dies für Privatpersonen in der Regel wenig Relevanz hat, kann es hingegen für Betreiber von Lokalen etc. von Interesse sein.

  1. Lüftungsanlagenrichtlinie (LüAR)

Die Lüftungsanlagenrichtlinie, kurz LüAR, beinhaltet technische Baubestimmungen für die Installation großflächiger Lüftungstechnik. Sie ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Stattdessen hat jedes Bundesland eigene Vorschriften und zu beachtende Grundlagen. Unter anderem schreibt sie vor, welchen Qualitätsstandards die Bauteile der Lüftungsanlage entsprechen müssen und wie sie anzuordnen sind. Für Großküchen oder besondere Gebäude, die beispielsweise Explosionsrisiken oder Ähnliches bergen, gibt es spezielle Auflagen. Einen großen Schwerpunkt bilden die Regelungen, die sich auf den Brandfall beziehen. Sowohl das Material der Geräte wie auch die Funktionsweise müssen sich im Brandfall so verhalten, dass das Feuer sich nicht ausbreitet beziehungsweise es keinesfalls zu Kurzschlüssen kommt.

  1. Richtlinie für Energy related products (ErP)

Doch nicht nur für Beschaffenheits- und Sicherheitsaspekte sind Regelungen existent. Auch der Verbrauch beziehungsweise die Energieeffizienz der Produkte unterliegt strengen Vorgaben. Diese werden primär von der Europäischen Union (EU) festgelegt und sind für alle Mitgliedsstaaten verpflichtend. Die Ökodesign-Richtlinie ist eine von ihnen. Sie gibt vor, wie Produkte, die zu einem hohen Energieverbrauch beitragen können, im tatsächlichen Verbrauch gesenkt werden. Diese Produkte werden als Energy-rated-Produkts, kurz: ErP, bezeichnet. Deckenventilatoren gehören neben vielen anderen zu dieser Produktgruppe.

Diese Richtlinie entstand auf der Grundlage des Kyoto-Protokolls, in dem sich die EU dazu verpflichtet, ihren CO2-Ausstoß zu senken. Durch eine Genehmigung ausschließlich sparsamer Elektrogeräte und anderer Produkte kann dazu beigetragen werden, dieser Verpflichtung auch gerecht zu werden.

Selbstverständlich ist mit der Nennung dieser zwei Regelungen kein komplettes Abbild aller gesetzlichen Vorgaben gegeben. Allerdings gewinnen Interessierte einen Eindruck davon, welche Standards ein handelsübliches Produkt erfüllen muss, um verbrauchs- und risikoarm und somit in Deutschland zugelassen zu sein. Sie wissen somit, welche Ansprüche sie an ein Produkt beziehungsweise dessen Bauweise und Verarbeitung haben können, sofern dies über die nötigen Prüfsiegel und Kennzeichnungen verfügt. Das erleichtert die Kaufentscheidung.

Qualitäts- und Leistungsmerkmale

Nachdem anhand zweier umfangreicher Gesetzesbeispiele verdeutlicht wurde, dass es nicht jedes Produkt in den regulären Handel schafft, kann beruhigt zum Kauf übergegangen werden. Bei einem solchen tun sich dann die individuellen Ansprüche des Käufers auf; er möchte im Regelfall ein möglichst günstiges Produkt mit niedrigem Verbrauch erwerben. Während er selbst entscheiden muss, welchen Betrag er zu investieren bereit ist, kann in Sachen Verbrauch ein Blick auf die Herstellerangaben helfen. Seriöse Anbieter haben ein Interesse daran, dass ihre Kunden ihnen zum einen Vertrauen entgegenbringen und zum anderen keine schlechte Kauferfahrung machen. Diese würde im Endeffekt einen Kunden vertreiben, der ansonsten vielleicht noch öfter auf Produkte dieses Herstellers oder Händlers zurückgegriffen hätte. Deshalb stellen immer mehr Anbieter konkrete Verbrauchsangaben zur Verfügung. Sie lasse sich entweder auf dem Produkt selbst oder aber auf der entsprechenden Internetseite einsehen. Auch Vergleiche sind beliebt: Sie heben Nutzen und Kosten eines Produkts im Vergleich zu einem ähnlichen hervor und führen sodann vor Augen, welches die besseren Leistungen bei geringeren Kosten erbringt. Darüber hinaus gibt es Vergleiche, die zwei unterschiedliche Techniken gegenüberstellen. Hierbei unterscheiden sich nicht nur Herstellername und Bauteile, sondern in den meisten Fällen ein ganzes Funktionsprinzip. Auch das ermöglicht es dem Käufer, abzuwägen, inwieweit diese oder jene Option mit seinen persönlichen Interessen übereinstimmt. Er wird entweder in seiner Kaufentscheidung bestätigt oder aber entscheidet sich zugunsten eines anderen Produkts.

Raumgröße

Das gewählte Produkt muss eine Leistung erbringen, die der Größe des Einsatzorts gerecht wird. Das bedeutet, dass beispielsweise ein kleiner Raum einen weitaus leistungsschwächeren Deckenventilator benötigt als ein großer Speisesaal, eine Empfangshalle oder ein Großraumbüro. Auch die Einsatzzeiten sowie die Häufigkeit des Betriebs sind idealerweise beim Kauf zu berücksichtigen. So lassen sich individuell für jeden Interessierten die passende Lüftungstechnik und ein geeignetes Gerät finden.  

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