Ratgeber Händetrockner

Funktionsweisen, Einsatzgebiete und Vorteile der Elektrogeräte

Inhaltsverzeichnis

  1. Funktionsweise
  2. Arten an Händetrockner-Geräten
  3. Einsatzgebiete
  4. Vorteile gegenüber Papierhandtücher

 

automatischer HändetrocknerSeit nun mehr als 80 Jahren gibt es bereits Händetrockner, die nach dem Händewaschen anhand von unterschiedlichsten Systemen das Trocknen der gewaschenen  Hände  ermöglichen.  Im  Grunde  sind  mittlerweile die Elektrogeräte überall dort in sanitären Anlagen zu finden, wo viele Menschen aufeinandertreffen, sei es in großen Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen oder  aber  in  der  Gastronomie.  Als  traditioneller  Händetrockner gelten die Geräte mit einem Warmluftgebläse,  bei  dem  das  Wasser  auf  den  feuchten  Händen durch warme Luft zum Verdunsten gebracht wird. Diese  Geräte  werden  entsprechend  als  Warmlufthändetrockner bezeichnet.

Neuere  Systeme  arbeiten  hingegen  mit  einem  leistungsstärkeren  Gebläse,  welches  eine  schnellere  Trocknung  der  Hände  durch  das  Herunterblasen  der Feuchtigkeit ermöglicht. Den restlichen feuchten Rückständen an den Händen wird mit Verdunstung entgegengewirkt. Zumeist wird bei den neueren Systemen  Kaltluft  verwendet,  was  nicht  zuletzt  ein  zentraler  Aspekt  zur  Einsparung  von  Energie  bedeutet. Daran wird bereits ersichtlich, dass die Geräte eine Vielzahl an unterschiedlichen Anforderungen  in  Abhängigkeit  von  den  individuellen  Bedürfnissen  der  unterschiedlichen  Nutzergruppen erfüllen müssen.

 

Hierzu zählen:


Anforderungen Händertrockner

 

  • Hygiene:  Die  Geräte  müssen  eine  hygienische  Verwendung  gewährleisten  können.  Hierzu zählen funktionstüchtige Filtersysteme, die der Verbreitung von Keimen und Bakterien entgegenwirken. Ein weiterer Aspekt zur Verbesserung der Hygiene ist die Verwendung von Sensoren, die eine berührungsfreie Nutzung ermöglichen.


Moderne Sanitäreinrichtung mit Händetrocknern

Abbildung 3: Moderne Sanitäreinrichtungen mit Händetrocknern.

  • Energieeffizienz: Ziel moderner Händetrockner ist eine energieeffiziente Handtrocknung, die zum einen durch Schnelligkeit und zum anderen durch den geringen Einsatz von Energie in Form von Strom erfolgt.
  • Wirtschaftlichkeit: Ob in der Gastronomie, im Unternehmen oder in öffentlichen Einrichtungen - die Kosten für sanitäre Einrichtungen sollen im Regelfall so gering wie möglich sein. Für die Händetrockner-Geräte bedeutet das entsprechend, dass diese sich letztlich bezüglich Anschaffungs-, Wartungs- sowie Montagekosten und auch der Lebensdauer finanziell rentieren müssen.
  • Lautstärke: Eine gewisse Lautstärke ist bei Händetrocknern nicht zu vermeiden. Je nach sanitärer Anlage kann dieser Aspekt allerdings unterschiedlich wahrgenommen werden. So werden die vom Gerät ausgehenden Geräusche bei einem kleinen Waschraum eher als störend empfunden, als bei größeren Räumlichkeiten der Fall wäre. Dementsprechend ist die letztliche Art des Gerätes stark von den jeweiligen Gegebenheiten der sanitären Anlagen abhängig.
  • Leistung: Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Wahl eines passenden Händetrockners liegt in der Leistungsfähigkeit der Geräte. Darüber entscheidet letztendlich der Fakt, wie oft das Gerät am Tag, in der Woche oder im Monat von der jeweiligen Zielgruppe genutzt wird.


Entwicklung von Sanitären Anlagen bis 2015

Weltweit verbessern sich im Allgemeinen die Standards in sanitären Anlagen. Dies ist nicht zuletzt auch den wachsenden Ansprüchen hinsichtlich Qualität und Hygiene geschuldet. Quelle: WHO; UNICEF © Statista 2014

 

 

1. Funktionsweise

Innenleben eines HändetrocknersDie konkrete Funktionsweise eines Händetrockners hängt in erster Linie vom Hersteller und der jeweiligen verwendeten Technologie ab. Gemein haben alle Geräte die Zielsetzung, dass sie anhand von Luftströmen eine Trocknung der Hände bewirken sollen. Im Grunde funktionieren alle Geräte dabei auf ähnliche Weise und das bereits seit über 80 Jahren. Im Gehäuse befindet sich ein Motor, der entweder durch manuelle Betätigung eines Knopfes oder durch einen entsprechenden Sensor in Gang gesetzt wird. Dieser zieht dann die Luft in das Gerät ein, leitet sie durch einen Filter zur Reduzierung von Keimen und Bakterien und führt die Luft schließlich in einen Luftkanal. Zur Reduktion des entstehenden Lärms werden zusätzlich Schalldämmsysteme eingebaut, die mittlerweile in fast jedem modernen Gerät zu finden sind. Vom Luftkanal des Geräts ausgehend wird die Luft unter stärkerem Druck verteilt und je nach System bzw. Technologie mit hoher Geschwindigkeit aus dem Gerät ausgestoßen. Aktuell tüfteln Hersteller an dem idealen Austrittswinkel der Luft, um zum einen eine angenehme und zum anderen eine schnelle und effektive Trocknung ermöglichen zu können.

2. Arten an Händetrockner-Geräten
Wie zu Beginn bereits erläutert, können im Prinzip bei den elektrisch betriebenen Händetrocknern zwei Formen voneinander grob unterschieden werden: Warmlufthändetrockner sowie moderne Händetrockner.

Vergleich Händetrockner
Warmlufthändetrockner Moderne Händetrockner

Bei den Geräten wird Luft aus der Umgebung angesaugt und schließlich, durch das Warmluftgebläse erwärmt, wieder ausgeblasen. Die erwärmte Luft verdunstet das Wasser an den Händen bis eine vollständige Trocknung erfolgt. Wichtig ist bei dieser Funktionsweise, dass die Luft gefiltert wird, damit Keime sowie Bakterien nicht beim Trocknen an die Haut gelangen und so eine Verbreitung von Krankheitserregern abgewendet werden kann.

Moderne Händetrockner verfügen über ein im Vergleich zu den Warmlufthändetrocknern leistungsstärkeres Gebläse. Eine Vielzahl der neueren Modelle werden zudem mit Kaltluft betrieben, benötigen demnach weniger Energie, die zur Erzeugung von Wärme notwendig gewesen wäre. Das Gebläse ermöglicht einen Luftdruck, der das Wasser oder die Feuchtigkeit an den Händen wegbläst. Viele Hersteller versprechen dabei eine Trocknungszeit von gerade einmal 10 bis 15 Sekunden.

In den Anschaffungskosten liegen die Geräte bei einem Preis ab 100 Euro. Der letztendliche Preis wird von Faktoren wie Design, verwendete Materialien und Sensoren sowie Markenname bestimmt. So lassen sich auch bei creoven Geräte finden, die über vergilbungsfreien Kunststoff verfügen, der wiederum eine längere Lebensdauer gewährleisten soll.
Um dem hygienischen Aspekt gerecht zu werden, werden moderne Geräte vermehrt per Sensoren betrieben. Dadurch kann die Bildung von Keimen um ein Vielfaches laut Herstellerangaben reduziert werden.
Zur langfristigen Reduzierung der Verbreitung von Keimen und Bakterien sollten die Geräte in regelmäßigen Abständen gewartet werden. Aufgrund der verwendeten modernen Technologien sind solche Geräte deutlich teurer in der Anschaffung. Ein Standardgerät je nach verwendeter Technologie beginnt bei rund 500 Euro das Stück.

 

3. Einsatzgebiete
Händetrockner werden vor allem dort verwendet, wo hygienische und ökonomische Systeme in sanitären Einrichtungen gefragt sind. Dazu gehören beispielsweise:

  • Symbol ToiletteÖffentliche Toiletten, die eine große Durchlaufzahl jeden Tag aufweisen. Die modernen Händetrockner ermöglichen hier ein schnelles Händetrocknen mit einer vergleichsweise geringen Energiebilanz und ohne, dass zahlreicher Müll entsteht. Auch in kleineren Waschräumen findet ein etwaiges Händetrockner-Gerät Platz, da es platzsparend an die Wand geschraubt werden kann.
  • Ebenso in größeren Unternehmen und im Gewerbe werden zunehmend Händetrockner verwendet. Neben dem hygienischen und ökologischen Aspekt sparen die Geräte auch zusätzliche Personal- und auch Lagerkosten ein, die beispielsweise bei der Entsorgung und Lagerung von Papierhandtüchern nötig wären. Da moderne Gerätehersteller eine Händetrocknung innerhalb von wenigen Sekunden versprechen, kann der zeitliche Aspekt auch nicht länger als Nachteil angesehen werden.
  • Im gastronomischen Bereich haben die Händetrockner ebenfalls mehr und mehr Einzug gefunden. Auch hier spielen im Grunde die Energieeffizienz, Hygiene und die Optimierung der Kosten eine entscheidende Rolle bei der Wahl für dieses System.                                                     Abbildung 6: Große Nachfrage bei Sanitäranlagen

Die Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) des Bundesarbeitsministeriums, welche die Anforderungen zur Beschaffenheit und Ausstattung betrieblicher Waschräume aufzeigt, sieht die Händetrockner-Geräte als hygienisch an sowie als geeignete Alternative zum Trocknen der Hände mit Textilhandtuchautomaten oder Einmalhandtüchern. Dies gilt zum einen für Toiletten- und zum anderen auch für Waschraumeinrichtungen. Als weiterer wichtiger Aspekt können zudem die IP-Schutzklassen erwähnt werden.

4. Vorteile gegenüber Papierhandtücher
Nicht ganz unumstritten werden die Händetrockner mit der Verwendung von Papierhandtüchern verglichen. Umstritten ist, welche Form als hygienischer angesehen wird. So meinen die einen, dass die Papierhandtücher hygienischer seien, andere Untersuchungen können hingegen keinen gravierenden Unterschied zwischen den beiden Systemen feststellen. Die Entscheidung für einen Händetrockner ist sicherlich von der individuellen sanitären Anlage abhängig, dennoch lassen sich folgende Vorteile gegenüber den Papierhandtüchern festhalten:

  • Deutlich geringere Klimabelastung
    In einer Untersuchung der schweizerischen non-profit Organisation climatop® wurden die Treibhaus-Emissionen ausgewählter Händetrockner sowie Papierhandtücher über den gesamten Lebenszyklus verglichen. Ergebnis war, dass die Händetrockner deutlich besser abschnitten als die Papierhandtücher. Die Hauptgründe für dieses Ergebnis lägen darin, dass moderne Geräte einen geringen Stromverbrauch vorweisen können und die klimatische Belastung durch die energieaufwändige Herstellung von Papier oder Stoff einen gravierenden negativen Faktor bei den Papierhandtüchern darstellt.


Papierhandtücher

Abb. 7: Bei Papierhandtüchern fallen zusätzliche Kosten für die Entsorgung an

  • Kein Personalaufwand 
    Papiertücher müssen nachgefüllt werden, wofür eine oder mehrere Arbeitskräfte vonnöten sind. Diese Arbeitskraft ist ein zusätzlicher und nicht unerheblicher Kostenfaktor, der je nach sanitärer Anlage dank Händetrockner eingespart werden kann.
  • Keine Lagerkosten Papierhandtücher müssen in bestimmter Mengenanzahl gelagert werden. Hierfür sind entsprechend räumliche Lagerkapazitäten notwendig, die bei den betrieblichen Kosten nicht unterschlagen werden dürfen.
  • Problem der Entsorgung entfällt 
    Auch die Entsorgung von Papierhandtüchern bedeutet zusätzliche Kosten, die mit einem Händetrockner-Gerät vermieden werden können. Des Weiteren kann gleichzeitig die Entstehung von Müll reduziert werden, was nicht zuletzt einen nachhaltigen Umgang mit vorhandenen Ressourcen bedingt.
  • Regulierter Nettoverbrauch Die meisten Menschen nutzen deutlich mehr Papierhandtücher als das empfohlene eine Blatt Papier. Dieser Aspekt erschwert nicht nur die Mengen-Kalkulation, sondern verursacht unnötigen Müll, der vermieden werden könnte.
  • Optik sanitärer Anlagen Je nach Personalkapazitäten sehen sanitäre Räumlichkeiten mit Papierhandtüchern nicht selten schnell unordentlich aus, weil die Mülleimer mit den Papiertüchern überfüllt sind oder sogar Papier vermehrt auf dem Boden liegt.

 

 

Bildmaterial: © creoven.de
Bild 6: © Photographee.eu - Fotolia.com
Bild 7: © Robert Kneschke - Fotolia.com

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