Ventoxx energieeffizient Bauen


Ventoxx Rekuperator

Ventoxx Wärmetauscher führen bis zu 91% der Abluftwärme der Frischluft zu. Interview mit Geschäftsführer Florian Lammeyer.

Florian Lammeyer

Bauingenier Florian Lammeyer ist einer der Geschäftsführer der Ventoxx GmbH, einem unserer Hersteller von Keramik-Wärmetauschern. Nach seiner betrieblichen Ausbildung zum Hochbaufacharbeiter arbeitete er in den Bereichen energetisches Bauen und Schlüsselfertigbau (Wohnbau). Es folgte ein Studium an der Fachhochschule Augsburg, dass Herr Lammeyer 2004 mit Diplom abschloss. Das Thema seiner Diplomarbeit war „Vergleich von Passivhaus Wandaufbauten“.

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Guten Tag Herr Lammeyer, Sie sind häufig beruflich unterwegs. Wo erwische ich Sie grade?
Guten Tag, jetzt betreue ich den Bau einer großen kfW 55 Halle, ein klassischer Industriebau.

Sie haben sich bereits im Studium für energieeffizientes Bauen interessiert. Wie kamen Sie in jungen Jahren auf das Thema?
Mein Onkel war in dem Bereich mein Mentor. Er war schon lange bevor es üblich wurde in der Passivhaus-Szene aktiv. Als Architekt baute er das erste Passivhaus in Bayern. Sein Interesse für das Thema hat auch meine berufliche Laufbahn als Bauingenieur geprägt.

Als weiterer Grund kommt für mich hinzu, dass ich Frau und zwei Töchter habe. Da macht man sich Gedanken um die Zukunft. Ich erkenne den Klimawandel als menschengemacht, wir müssen etwas dagegen tun.

Ventoxx startete in der Ukraine. Wie kamen Sie auf den osteuropäischen Raum?
Mein Studium als Bauingenieur schloss ich ab, als Deutschland schlechte Jahre in der Baukonjunktur hatte. 2006 ging ich daher in die Ukraine, wo Boomjahre für den Bau herrschten. Die Mentalität der osteuropäischen Länder war mir schon immer sehr nah. Da meine Russischkenntnisse zu dem Zeitpunkt rudimentär waren, nahm ich erstmal eine Praktikantenstelle an. Zwei Monate später wurde sie in eine feste Stelle als Bauingenieur umgewandelt. Ich betreute den Bau von kleinen und großen Logistikhallen und auch Hotels deutscher Investoren.

Sprechen Sie schon besser russisch?
Ja, doch nicht aus der Schule wie manche meiner deutschen Kollegen. Ich habe das Russische wie ein Kind neu gelernt. Das ging auch gar nicht anders, denn auf Baustellen mit 400 Mann war ich oft der einzige Deutsche. Englisch funktionierte nicht, also habe ich Vokabeln und Schriftzeichen gelernt. Mittlerweile spreche ich fließend.
- Er demonstriert seine Kenntnis mit einem, mir leider unverständlichen, Sprichwort.

Wie ging es dann weiter?
Ab 2012 war ich hauptsächlich für Einfamilienhäuser in der Ukraine zuständig. Zentrale Lüftung einzubauen, war nicht üblich und bereitete bautechnisch Probleme. Dezentrale Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung wurden im Land aber nicht produziert und mussten umständlich importiert werden. Dies war günstiger als zentrale Systeme, doch wenn der Importvorgang zu lange dauerte brachen Projekte weg. Da fing ich an, dezentrale Lüftungssysteme selbst zu bauen. 2012 entstand der erste Prototyp für einen Ventoxx Wärmetauscher. Das Interesse an unserem Produkt und Lüftungstechnik allgemein war in der Ukraine aber sehr verhalten.

Wann änderte sich das?
Den Sprung vom Garagenunternehmen zu steigenden Verkäufen schafften wir 2014/15. Die stattliche Subventionierung von Strom und Gas fiel durch eine Reform ab März 2015 weg. Durch Zusammenarbeit mit der deutschen Hilfsorganisation Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) konnten wir den entstehenden Markt bedienen. Das Unternehmen Ventoxx, ChP in Kharov wuchs auf acht Mitarbeiter in Büro und Produktion. Mittlerweile sind wir eine etablierte Firma und gehören zu den drei stärksten Anbietern im russischsprachigen Raum (Ukraine, Weißrussland, Russland).

Produktion Waermetauscher
Ventoxx Messestand
Ventoxx Ingenieur
Bilder: Produktion in der Ukraine, Messestand, Ingenieur mit Ventoxx Wärmetauscher

Sie hatten die Energiepreiserhöhung in der Ukraine angesprochen. Wie macht sich dies bemerkbar?
Der Energiepreis wird seit 2015 stufenweise erhöht. Gas ist um den Faktor 10 gestiegen, der Strompreis um Faktor 5. Die Auswirkungen betreffen die Menschen ganz direkt. Ein Pensionär hat ein Einkommen zwischen 150 und 200 Euro (umgerechnet aus ukr. Hryvna). Die monatlichen Energiekosten betragen mittlerweile 120-130 Euro. Sie können sich vorstellen, was das bedeutet. Selbst wohlhabende Menschen, die es sich leisten könnten, sind nicht mehr bereit 2.000 Euro Heizkosten für Ihren Loft zu zahlen. Es findet ein Umdenken in der Gesellschaft statt, mit deutlicher Nachfrage zum energieeffizienten Bauen. Noch liegen Ukraine, Weißrussland und Russland technisch ca. 20-30 Jahre hinter uns. Die Länder holen aber wahnsinnig schnell auf, weil sie gar nicht mehr anders können. Der Markt für energieeffizientes Bauen geht in Osteuropa grade durch die Decke.

Hintergrundinformation zur ukrainische Energiereform

Wie merken Sie persönlich den Unterschied?
Früher musste ich mir den Mund fusselig reden, um Ventoxx Wärmetauscher und Co. zu erklären. Den Menschen war der Sinn nicht klar, da Gas und Strom praktisch nichts kosteten. Mittlerweile erhalte ich viele Anfragen, werde z.B. als Vortragsredner zum Thema Dämmmaterial gebucht.

Funktioniert die Wärmerückgewinnung bei den kalten Wintern im Osten?
Die kalten Winter in Osteuropa benötigen viel Heizwärme. Mit der falschen Lüftungsanlage geht dabei Energie ungenutzt verloren. Geeignete Komponenten, z.B. Keramik holen wir aus Deutschland. Diese Keramik bzw. aus Österreich hat eine gute Qualität und hält auch den kalten russischen Wintern aus. Billigkeramik gefriert bei den Temperaturen.

Wann wurde die Ventoxx GmbH gegründet?
2016 fühlten wir uns vom Zeitaufwand und der Qualität der Wärmetauscher soweit, uns dem deutschen und Markt zu öffnen. Ich gründete mit einem zweiten Geschäftsführer die Ventoxx GmbH. Europa ist der wichtigste Markt für Lüftungsgeräte mit starkem Potential. Führend im energieeffizienten Bauen sind die deutschsprachigen Länder inkl. Österreich und Schweiz. Hier wird viel für optimierte Gebäude getan. Die skandinavischen Länder und in jüngster Zeit das Baltikum holen stark auf.

Wie oft sind Sie auf Geschäftsreise zwischen den Standorten?
Der deutsche und der ukrainische Ventoxx Standort in Kharov haben getrennte Eigentümer. Dennoch bin ich regelmäßig, ca. einmal im Monat in der Ukraine. Ich betreue hier nach wie vor Baustellen als Ingenieur und bin in die Entwicklung und Produktion neuer Ventoxx Produkte involviert.

Auf welche Neuentwicklungen von Ventoxx dürfen wir uns freuen?
Demnächst wird in Deutschland der Wärmetauscher Ventoxx RV 2 eingeführt. Er ist kleiner als der RV 25 und passt in kleine Wohnungen. Zurzeit laufen in Dortmund die Tests für das Energielabel. In der Ukraine vertreiben wir auch semi-dezentrale Geräte mit Kreuzwärmetauscher. Sie bewegen größere Luftmengen. Bis zur Produkteinführung in Deutschland dauert es aber noch etwas.

Herr Lammeyer, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Ventoxx.

Wir von creoven informieren Sie selbstverständlich über neue Artikel der Marke Ventoxx.

Quelle: Telefonat mit Ventoxx GmbH Geschäftsführer Florian Lammeyer, am 12. Dezember 2017






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