Moderne Gastronomie-Terrassengestaltung

21.01.2016 09:16 von Sarah Barnert

Pflanzen Bodenbelag Ambiente Außenbereich Beleuchtung Terrasse

Sitzgelegenheit im Straßencafe

Für Gastronomen gibt es je nach Außenbereich verschiedene Dinge zu bedenken. Mit unseren Tipps unterstützen wir Sie bei der wichtigen Designentscheidung.

Checkliste

Der Außengastronomie haben Wirte in den letzten Jahren besonders viel Aufmerksamkeit zukommen lassen, schließlich ermöglicht sie ein lohnenswertes Zusatzgeschäft. Durch technische Neuerungen, die vor Nässe, Wind und Kälte schützen, können Gäste mittlerweile nahezu zwei Drittel des Jahres auf Außenterrassen genießen.

Für Gastronomen gibt es je nach Außenbereich verschiedene Dinge zu bedenken. Die Gebühren für die Nutzung öffentlicher Flächen unterscheiden sich in Deutschland zwischen den einzelnen Ländern und Städten erheblich. Außerdem existieren Sperrzeiten, Regelungen zum Lärmschutz sowie Verordnungen, die den Verkehrsschutz betreffen. Die jeweiligen Industrie- und Handelskammern bieten oft Leitfäden an, die Unternehmern als Vorlage dienen.

Um außengastronomisch tätig zu werden, bedarf es in erster Linie einer Konzession. Wer öffentlichen Raum nutzt, muss eine Sondernutzungserlaubnis beantragen, die jährlicher Erneuerung bedarf. Auf Privatgeländen sind es vor allem Bauordnung und Brandschutz, die beachtet werden müssen. Außerdem sind Lebensmittelrecht, Jugendschutz und Nichtraucherschutz weitere wichtige Themen in diesem Zusammenhang. Bau einer Außenterrasse Außenbereich im Frühling Es gibt unzählige Möglichkeiten, die Terrasse eines gastronomischen Betriebes attraktiv und bequem zu gestalten. Mittlerweile kann durch gezielte Beheizung der Außenbereich nicht mehr bloß in Frühling und Sommer genutzt werden.

In der Gestaltung der eigenen Terrasse sind Wirte jedoch freier, solange die landesspezifischen Standards bezüglich der Bebauung erfüllt werden. Es gibt unzählige Variationen, das Restaurant gastfreundlich aber auch so funktional wie möglich zu gestalten, und hinsichtlich Mobiliar, Beheizung, Beleuchtung, Bodenbelag, Bepflanzung und Wetterschutz sind Wirten kaum Grenzen gesetzt.

Das Mobiliar auswählen

Als Sitzmöglichkeiten eignen sich Stühle oder Sessel aus Rattan, Korbgeflecht, Kunststoff und imprägniertem Holz. Außerdem sind wegen ihres leichten Gewichts und der Wetterbeständigkeit Stühle aus Aluminium besonders beliebt. In jedem Falle sollte die Bestuhlung sowohl von der Farbe als auch vom Stil her zur Gesamteinrichtung der Räumlichkeiten passen. Nur so erscheint die Terrasse als Teil eines stimmigen Gesamtkonzeptes und nicht als bloße Flächenvergrößerung.

Gerade bei der Bestuhlung sollte Wert auf qualitativ hochwertiges Material gelegt werden. Terrassenstühle sind neben ihrem regelmäßigen Gebrauch oft auch starker Witterung ausgesetzt. Gerade, wenn es der eigene Betrieb nicht zulässt, dass die Stühle permanent vor Regen geschützt werden können, erscheinen also Rattan-, Korb- und auch Holzstühle als weniger geeignet.

Stehtische mit integriertem Infrarotheizstrahler bieten Gästen auch bei niedrigen Temperaturen einen hohen Komfort.



Ein weiterer zentraler Punkt mit Blick auf die Bestuhlung ist der Komfort beziehungsweise die Polsterung. Moderne Bars nutzen gerne Sofas, Kanapees oder sonstige Loungemöbel, um Gästen eine entspannte Atmosphäre zu vermitteln. Nichtsdestoweniger muss hier auch auf die Praktikabilität geachtet werden. Polster müssen bei Regen entfernt oder zumindest abgedeckt werden.

Tische können in der Regel aus Holz, Metall, Kunststoff oder einer Kombination der genannten Materialien bestehen. Besonders beliebt sind runde Tische, die zusammengeklappt werden können. So wird die Lagerung im Winter erleichtert. Auch Tische müssen wetterfest und vor allem leicht zu reinigen sein. Nichts wirkt auf potentielle Gäste unwirtlicher als abgenutzte, von Staub befallene Tische.


Inzwischen gibt es auch verschiedene Tische mit integrierter Heizung. So kann durch einen Infrarotstrahler beispielsweise an einem Stehtisch Wärme unmittelbar um den Tisch herum erzeugt werden. Außerdem gibt es auch Strahler, die gleichzeitig selbst als Stehtischdienen. So können Gastronomen Ihren Gästen gleichzeitig Komfort, ansprechende Optik und die Möglichkeit, sich im Freien aufzuhalten, bieten.

Die Terrasse richtig heizen

Durch eine effiziente Beheizung der Gesamtanlage können Wirte die Außensaison verlängern und Gäste auch bei niedrigen Temperaturen auf die Terrasse locken. Hierzu bieten sich unterschiedliche Geräte an, welche in den meisten Fällen entweder auf Gas oder elektrischen Strom zurückgreifen. Heizpilz vs. Infrarotstrahler

Sowohl für die Nutzung einer Gasheizung als auch für Infrarotheizstrahler gibt es zahlreiche Argumente. Während Gasheizungen vor allem durch ihre hohe Mobilität und Reichweite punkten, hat das Heizen mit Wärmestrahlung den Vorteil, dass die Umgebung nachhaltig und gleichmäßig erwärmt wird. Das Heizen mit Gas hingegen geschieht schnell und effektiv. Schon wenige Minuten nachdem ein Heizpilz eingeschaltet ist, erwärmt sich seine Umgebung. Allerdings ist der Gasverbrauch meist relativ hoch, weswegen es immer wieder zu Kritik an seiner Energiebilanz kommt. Ein gewisses Risiko ist beim Heizpilz auch vorhanden, denn immerhin wird hier mit Gas hantiert. Bei unfachmännischer Sicherung besteht zudem die Gefahr, dass ein Heizpilz kippt und so als Brandquelle dient.

Viele Infrarotheizstrahler werden durch Strom betrieben. Dieser ist zwar in der Regel teurer als Gas, doch dieser Makel wird durch den wesentlich geringeren Energieverbrauch wettgemacht. Außerdem kann die Bilanz zusätzlich gesteigert werden, wenn auf Ökostrom gesetzt wird. Durch die Wärmestrahlung wird nicht einfach die zirkulierende Luft, sondern es werden ganze Oberflächen erhitzt. Trotzdem ist die gefühlte Temperatur meistens ein wenig niedriger als die tatsächliche, sodass eine erhöhte Strahlungsintensität benötigt werden kann. Auch Infrarotheizstrahler bedürfen fachmännischer Bedienung und müssen in jedem Fall in geeignetem Sicherheitsabstand zu Wänden und Mobiliar angebracht werden. Infobox Infrarot-Heizstrahler
mobiler Heizpilz mit Ablage

Heizstrahler müssen nicht unbedingt fest installiert werden, sondern können ebenso wie Heizpilze mobil eingesetzt werden und zusätzlich als Ablage dienen.

Vorteile, die Infrarotheizstrahler vor allem für die Gastronomie bieten, sind ihre Praktikabilität und ihr ansprechendes Design. Die Beschallung einer Terrasse kann beispielsweise mittels fest installierter Heizstrahler, die über integrierte Lautsprecher verfügen, erfolgen. Portable Heizstrahler sind ähnlich flexibel anwendbar wie Gasheizpilze, hier können sich Gäste aber unmittelbar an der Wärmequelle aufhalten und die Heizstrahler teilweise sogar als Mobiliarnutzen, wenn sie beispielsweise über eine Ablagefläche verfügen.

Die Terrasse richtig beleuchten

Eine effiziente Beleuchtung der Terrasse verringert durch das Ausleuchten von dunklen Wegen und Stellen nicht nur mögliche Unfälle, sie ist auch gleichzeitig ein zentrales, ästhetisches Element in der Außengestaltung des gesamten gastronomischen Betriebs. Generell gibt es zahlreiche verschiedene Wege, eine Terrasse zu beleuchten, zum Beispiel durch:
  • Deckenlampen
  • Wandlampen
  • Standlampen
  • Kerzen
  • Fackeln
Zentral sollten hier, neben dem Verbrauch und der Optik, Wartungsfreiheit und eine einfache Pflege sein. Besonders Lampen aus Edelstahl sind wetterfest und lassen sich gut säubern, sodass jederzeit ein sicherer und sauberer Gebrauch der Lampe gewährleistet ist.

Auch hier können Infrarotstrahler zumindest bedingt zum Einsatz kommen. Moderne Deckenheizstrahler verfügen neben ihrer eigentlichen Funktion, die Umgebung zu wärmen, über die Fähigkeit als Beleuchtung zu dienen. Die Intensität des Lichts hängt dabei vom jeweiligen Modell ab und kann zumindest die stimmungsvolle Atmosphäre unterstützen.

Wandlampen sind in vielen gastronomischen Betrieben besonders beliebt, da sie wertvollen Platz am Boden einsparen und meist einen größeren Radius an Licht als Standlampen vorweisen. Außerdem sind viele Modelle in der Lage, zielgerichtet Flächen ausleuchten zu können. Wenn sie über einen Bewegungsmelder verfügen, können hochfrequentierte Bereiche, die keiner permanenten Beleuchtung bedürfen, energieeffizient erleuchtet werden.
Ambiente am Abend Die Beleuchtung ist ein wirkungsvolles Element, um das erwünschte Ambiente zu schaffen.
Standlampen werden im Außenbereich klassischerweise dazu genutzt, Gehwege zu markieren. Außerdem eignen sie sich, um den Fokus auf Verzierungen wie Blumenbeete zu lenken. Hier ist die Auswahl der passenden Form und auch des Materials besonders wichtig, da die Lampen "sichtbarer" sind als solche, die an Wand und Decke hängen, und daher besonders ästhetisch aussehen sollten. Kerzen und Fackeln können an ähnlichen Orten wie die Standlampen positioniert werden und schaffen ein besonders romantisches Ambiente. Allerdings ist es auf Dauer sehr aufwendig, diese einzeln zu entzünden, und auch für windige Lagen sind sie nicht optimal.

Der geeignete Bodenbelag

Der Bodenbelag der Terrasse sollte auf jeden Fall das Farbschema des Innenbereichs aufgreifen, damit ein stimmiges Gesamtkonzept entsteht. Bei der Materialauswahl stehen viele Wege offen:
  • Beton
  • Stein
  • Fliesen
  • Holzboden
  • Wood-Plastic-Composite (WPC)
  • Kiesel
Optik verschiedener Materialien Bei der Materialauswahl sollte auch bedacht werden, dass das Gebäude selbst den Stil vorgibt und die Terrasse nur als Unterstützung dient. Beton ist wohl die günstigste Variante, den Boden zu gestalten, wirkt im besten Falle allerdings kühl, im schlechtesten Fall sogar stillos. Steinboden schafft ein natürliches Ambiente und wird durch den Patina-Effekt mit den Jahren in der Regel eher schöner. Allerdings ist hier der Aufwand bei einem Umbau sehr hoch. Fliesen lassen sich einfach reinigen, doch bergen, gerade wenn sie glatt sind, eine hohe Rutschgefahr. Ein Holzboden strahlt, wie der Stein, eine warme und natürliche Optik aus und fühlt sich auch besonders angenehm an. Empfehlenswert ist besonders hartes Holz, also beispielsweise Eiche, Douglasie oder Kiefer. Wenn es allein um die Optik geht, ist auch Wood-Plastic-Composite (WPC) eine Alternative. Die Dielen sind zwar zumeist teurer als echtes Holz, dafür ist die Pflege weitaus einfacher und günstiger. Kieselsteineerfreuen sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit. Sie sind günstig, die Terrasse kann bei Bedarf einfach neu aufgefüllt werden und sie sind leicht austauschbar, wenn zum Beispiel die Farbe geändert werden soll. Allerdings ist dieser Bodenbelag sehr impraktikabel für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen.

Welche Pflanzen sich eigenen

Eine sinnvoll ausgewählte Bepflanzung trägt zu einem gelungenen Ambiente bei, indem einzelne Terrassenbereiche voneinander abgetrennt werden. Beliebt sind große Pflanzen wie Palmen oder Bananen, die ein gewisses Urlaubsflair versprühen. Auch Oliven- und Zitronenbäume tragen zu einer südlichen Atmosphäre bei. Die Pflanzgefäße sollten einheitlich gewählt sein und ins Gesamtkonzept passen. Hier gibt es verschiedene Materialien, die sich eignen, zum Beispiel Ton, Metall, oder Kunststoff in Naturoptik. Neben großen Hecken und Sträuchern können außerdem Markisen und Gastrowände vor Wind und Regen schützen. Letztere haben den Vorteil, dass durch ansprechendes Design, Gäste angelockt werden und zum Erscheinungsbild des Betriebs beitragen.
Dekorative Orangenbäume

Besonders beliebt für Außenanlagen sind Pflanzen aus südlichen Gefilden. So wird ein gewisses Urlaubsflair versprüht.


Zusammenfassend lassen sich folgende Ratschläge für die Gestaltung des Außenbereichs geben:
  • Auf Einheitlichkeit und Praktikabilität achten
  • Durch Wärmequellen die Außensaison verlängern
  • Materialien so wählen, dass ein stimmungsvolles Ambiente entsteht

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