Kein Sommer ohne lästige Quälgeister


Wespe im Sommer

Schön, wenn der Sommer endlich da ist. Wären da nur nicht Insekten, die einem sowohl tagsüber als auch nachts jedes Freiluftvergnügen vermiesen und auch noch in die eigenen vier Wände einfallen.

Kein Eisbecher lässt sich ungestört im Freien genießen und kein Fenster kann über Nacht offen gelassen werden, ohne dass die kleinen Quälgeister nicht sofort zur Stelle wären. Überall summt und brummt es. Was einerseits zur einer gesunden Natur einfach dazugehört, kann in manchen Momenten leider auch zu einer richtigen Belastung werden. Besonders für Allergiker wird der Sommer so oft zu einem wahren Spießrutenlauf.

Doch was tun, um die warme Jahreszeit unbeschwert verbringen zu können? Zum Glück bietet der Markt eine große Auswahl an verschiedenen Methoden und Mitteln zum Insektenschutz, die alle mit umfassenden Wirkversprechen werben. Doch nicht alle Produkte sind bedenkenlos anwendbar. Gerade gegenüber chemischen Insektenschutzmitteln - egal, ob für Innenräume oder zum Auftragen auf die Haut - nimmt die Skepsis der Konsumenten stetig zu. Zu oft hört und liest man negative Schlagzeilen bezüglich schädlicher Nebenwirkungen auf die Gesundheit, die von allergischen Reaktionen wie Brennen und Juckreiz bis hin zu längerfristigen Schäden reichen können. Aus diesem Grund sollte die chemische Keule links liegen gelassen und lieber zu gesundheitlich unbedenklichen und effektiven Alternativen gegriffen werden.


So schützt man sich im Haus gegen Insekten

Es gibt inzwischen zahlreiche verschiedene Wege, um die summenden Plagegeister aus Wohnung oder Haus fernzuhalten. Während chemische Methoden nicht zu empfehlen sind, überzeugen mechanische Varianten mit hervorragenden Ergebnissen.

Darum ist chemischer Insektenschutz nicht empfehlenswert

Ob Sprays für die Haut, Verdampfer oder die allseits bekannten Stecker samt Blättchen, chemischer Insektenschutz ist nach wie vor weit verbreitet. Zahlreiche Tests beweisen die Effektivität dieser Maßnahmen. Doch nicht nur das: Auch die vielen gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen werden in diversen Tests immer wieder bestätigt und deutlich hervorgehoben. Aus diesem Grund raten Ärzte und Verbraucherschutzorganisationen auch eindeutig davon ab, chemische Insektenschutzmittel einzusetzen. So wird etwa bei zwei der wirksamsten Chemikalien - Icaridin und Diethyltoluamid (DEET) - ausdrücklich von einer längeren Anwendung abgeraten, da Reizungen der Schleimhäute sowie teils heftige allergische Reaktionen nicht auzuschließen sind. Kinder unter zwei Jahren sowie schwangere Frauen sollten überhaupt nicht mit diesen Stoffen in Kontakt kommen.

Wer ein gesundheitliches Risiko also umgehen möchte, sollte um chemische Insektenschutzmittel einen weiten Bogen machen, und lieber zu anderen Methoden greifen.

Die verschiedenen Arten von Insektenschutz

Mechanischer Insektenschutz ist auf ganzer Linie empfehlenswert und hilft in vielen Situationen, sich vor Wespen, Bienen, Mücken und Co. zu schützen. Als besonders effektiv haben sich dabei moderne UV-Fallen erwiesen.

Insektengitter

Insektengitter werden an Türen und Fenstern angebracht und schützen auf diese Weise Innenräume effektiv vor den ungebetenen Gästen. Mittlerweile gibt es zahlreiche verschiedene Arten dieser Gitter und auch Fenster, in die diese bereits eingebaut sind.

Der Handel bietet inzwischen Insektengitter aus unterschiedlichen Gewebearten an. Polyestergewebe ermöglichen zum Beispiel nicht nur eine hervorragende Luftzirkulation, sondern sind so reißfest, dass sie auch für Haushalte mit Katzen geeignet sind. Das gilt auch für Gitter aus Aluminium und Edelstahl. Diese halten sogar den Zähnen kleiner Nager stand. Für Allergiker gibt es spezielle Pollenschutzgitter, die nicht nur Insekten, sondern auch Blütenstaub aufhalten.

Übrigens: Schwarze Gitter ermöglichen eine bessere Durchsicht als weiße und fallen generell weniger ins Auge. Noch unaufälliger sind nur spezielle Transparentgewebe.

UV-Fallen

UV-Fallen sind Klassiker des Insektenschutzes uns zugleich auch eine der effektivsten Methoden, um Grillabende und laue Sommernächte ungestört genießen zu können. Dabei verlassen sich diese Fallen ganz auf einen natürlichen Instinkt der Tiere und nutzen diesen zu ihrem Vorteil. Insekten werden nämlich von UV-Licht, das sich in etwa in einem Bereich von 365 Nanometern bewegt, angezogen. Dieses Prinzip machen sich UV-Fallen seit dem Erscheinen des ersten Modells im Jahr 1962 erfolgreich zunutze.

UV-Fallen mit elektrisch geladenen Gittern

Bei dieser Art von UV-Fallen handelt es sich um die ursprüngliche Variante, wie sie erstmals in den 1960er-Jahren präsentiert wurde. Fallen dieser Art bestehen aus einem Leuchtkörper, der UV-Licht im entsprechenden Spektrum ausstrahlt. Um diesen herum befindet sich ein elektrisch geladenes Gitter, das die Insekten auf ihrem Weg zur Leuchtquelle durch einen Stromschlag tötet. Dieses ebenso simple wie effektive Prinzip findet - selbstverständlich weiterentwickelt und verbessert - auch heute noch Anwendung.

Wichtig bei solchen UV-Fallen: Eine Auffangschale am Boden erleichtert die Reinigung und verhindert, dass sich Insekten bei dieser im Gitter der Falle verfangen und Kurzschlüsse auslösen.

UV-Fallen mit Klebestreifen

Neben der ursprünglichen Variante mit elektrisch geladenem Gitter werden heute auch moderne UV-Fallen mit Klebestreifen angeboten. Bei diesen Modellen werden Mücken, Wespen und Co. ebenfalls von UV-Licht angelockt, es gibt jedoch kein elektrisch geladenes Gitter. Spezielle Klebefolien auf der und um die Lichtquelle herum sorgen dafür, dass die angezogenen Insekten in der Falle kleben bleiben und schließlich dort verenden. Die Folie kann bei Bedarf problemlos ausgetauscht und erneuert werden. Hier sollte nur darauf geachtet werden, ausschließlich für UV-Fallen geeignete Klebefolien zu verwenden.

Als besonders effektiv hat sich der Einsatz reflektierender Folien erwiesen. Diese intensivieren das Licht noch, wodurch die Anziehungskraft der Falle zusätzlich steigt.

Insektenschutz mit Ventilatoren

Besonders innovativ und praktisch sind UV-Fallen, die mit Ventilatoren arbeiten. Auch diese Fallen nutzen die hohe Anziehungskraft, die UV-Licht auf Insekten ausübt, und bieten somit verlässlichen Schutz gegen Wespen, Stechmücken und andere Insekten. Kommt das Insekt der Falle ausreichend nahe, wird es durch den Luftstrom des Ventilators in diese hineingezogen und von dessen rotierenden Blättern erschlagen. Bei anderen Modellen werden die Insekten hingegen in einen speziellen Behälter gezogen, in dem sie in weiterer Folge austrocknen. Nützliche Insekten wie Bienen können jedoch wieder freigelassen werden.

Diese Form der UV-Fallen ist nicht nur bei der Insektenbekämpfung äußerst effizient, sondern bietet dank der Kombination mit einem Ventilator einen weiteren Vorteil. So ist bei hohen Temperaturen nämlich auch gleich für einen angenehm kühlenden Luftzug gesorgt, während zugleich die lästigen kleinen Plagegeister bekämpft werden.

UV-Fallen mit eingebauten Ventilatoren eignen sich sowohl für Privathaushalte als auch für Gewerbebetriebe. Sie überzeugen neben Effektivität mit folgenden Vorteilen:


  • hohe Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit
  • sehr leise und diskret
  • überaus hygienisch
  • keinerlei Gesundheitsrisiko, da keine Insektizide eingesetzt werden
  • einfach sauber zu halten
  • teilweise wartungsfrei

Tipps und Tricks gegen die kleinen Plagegeister

Obwohl moderne UV-Fallen der sommerlichen Insektenplage problemlos Herr werden, kann es nie schaden, den einen oder anderen kleinen Trick gegen die geflügelten Quälgeister parat zu haben. So kann man sich nicht nur in Innenräumen und draußen unterwegs optimal schützen, sondern vor allem auch einem unkontrollierten Vermehren der Insekten vorbeugen. Viele Insektenarten bevorzugen nämlich bestimmte Umgebungen sowie Lebensbedingungen und werden von bestimmten Gerüchen angezogen. Wenn man diese kennt, können Insekten auf Abstand und ihre generelle Anzahl im eigenen Lebensbereich so niedrig wie möglich gehalten werden.

So kann man übermäßiger Insektenpopulation effektiv vorbeugen

Insekten leben und vermehren sich in bestimmten Umgebungen. Oft werden diese unbewusst vom Menschen geschaffen, der dann mit einer wahren Insektenplage zu kämpfen hat. Besonders die Anzahl lästiger Stechmücken lässt sich durch kleine Tricks und Kniffe deutlich vermindern.

Es gibt zahlreiche verschiedene Stechmückenarten. Diese suchen die Nähe des Menschen und leben daher meist bevorzugt in Siedlungsgebieten. Besonders angezogen werden sie von stehenden Gewässern, da diese die ideale Brutstätte für Mückenlarven darstellen. Daher gilt: Um die Mückenpopulation so klein wie möglich zu halten, sollten möglichst wenig Gelegenheiten zum Ablegen der Larven vorhanden sein. Auf keinen Fall sollten daher Gießkannen, Eimer oder auch Untersetzer mit Wasser einfach so stehengelassen werden. Diese sind nämlich optimale Brutstätten für die kleinen Quälgeister.

Auch offene Regentonnen stellen eine willkommene Einladung für Stechmücken dar. Diese sollten daher unbedingt abgedeckt werden, um eine Besiedelung mit Mückenlarven zu vermeiden.

Gibt es einen Teich oder ein Biotop im Garten, empfiehlt sich das Einsetzen von Fischen oder Fröschen. Auf deren Speiseplan stehen Mücken nämlich ganz oben.

Kleine Tipps für drinnen und draußen

Nicht nur Stechmücken suchen ihre bevorzugten Umgebungsbedingungen auf, auch andere Insekten werden von verschiedenen Dingen geradezu magisch angezogen. Kennt man diese, kann man entsprechend entgegenwirken, und Insekten so besser auf Abstand halten.

Kein Essen offen stehen lassen

Süßspeisen sind das Insektenlockmittel Nummer eins. Egal, ob drinnen oder draußen, Wespen und Bienen werden stets versuchen, etwas von den süßen Leckereien abzubekommen. Darüber hinaus sind meistens auch Ameisen rasch zur Stelle, wenn Süßes und Gezuckertes irgendwo stehen gelassen werden. Doch nicht nur Süßspeisen, auch Lebensmittel allgemein locken im Sommer Insekten aller Art an.

Für drinnen gilt: Wer Lebensmittel, Speisereste oder auch ungewaschene Teller länger als unbedingt nötig frei herumstehen lässt, lädt Insekten damit direkt in die eigenen vier Wände ein. Aus diesem Grund sollten Lebensmittel immer in Schränken oder im Kühlschrank aufbewahrt und benutztes Geschirr unverzüglich abgewaschen oder in die Spülmaschine gepackt werden. Auch Biomüll sollte immer so schnell wie möglich entsorgt werden.

Für draußen gilt: Ob Kuchen und Kaffee am Nachmittag oder Grillfest am Abend, sobald leckere Speisen im Spiel sind, sind auch Insekten nicht weit. Dies ist nicht nur überaus lästig, sondern kann auch gefährlich werden. Allzu rasch können sich Wespen und Co. nämlich auf den leckeren Bissen Kuchen setzen oder in das Saftglas fallen, ohne dass dies bemerkt wird. Werden die Insekten verschluckt, kann es zu lebensbedrohlichen Symptomen kommen. Speisen sollten daher so gut wie möglich abgedeckt und Getränke mit einem Strohalm getrunken werden. Noch besser: Eine dezent im Hintergrund platzierte UV-Falle hält die kleinen Plagegeister vom Esstisch fern und ermöglicht den ungetrübten Spaß an sommerlichen Grillabenden.

Auf süße Parfums besser verzichten

Ebenso wie Essensgerüche locken auch süßliche Parfums Insekten an. Im Sommer sollte daher bei Aufenthalten im Freien auf süße Duftwässerchen verzichtet werden.Besser ist es, zu bestimmten ätherischen Ölen zu greifen. Einige davon haben sogar eine erwiesene Wirkung gegen Insekten und können diese auf Abstand halten. Zitronellenöl, Pfefferminzöl, Eukalyptusöl und auch Lavendelöl halten Stechmücken fern. Dabei sollten ätherische Öle jedoch niemals pur auf die Haut aufgetragen werden, sondern immer im Verhältnis 1:4 mit einem Basisöl wie etwa Mandelöl oder Jojobaöl gemischt werden.

Da ätherische Öle auch durchaus Allergien auslösen können, sollte vor der ersten Anwendung auch unbedingt ein Tropfen der Mischung auf den Handrücken aufgetragen werden, um zu sehen, ob die Haut mit Brennen, Juckreiz oder Rötungen reagiert. Wenn nicht, kann die Mischung bedenkenlos verwendet werden. Besonder praktisch: Eine Abfüllung in einem kleinen Roll-On für unterwegs.

Die passende Kleidung schützt vor Stichen

Keine Frage: Der Sommer ist die Zeit der luftigen T-Shirts, kurzen Hosen und Kleider. Diese sind aber nicht nur herrlich angenehm zu tragen, sondern zeigen auch viel Haut. Somit bieten die beliebten Sommeroutfits Stechinsekten leider reichlich Angriffsfläche. Bei langen Spaziergängen und Wanderungen durch die grüne Natur sollte daher eher zu langer Kleidung gegriffen werden. Besonders, wenn blühende Wiesen und Wälder durchquert werden, sind lange Hosen und Oberteile mit langen Ärmeln sowie feste, geschlossene Schuhe unbedingt empfehlenswert. Diese schützen dann nämlich nicht nur vor lästigen und juckenden Mückenstichen, sondern auch vor gefährlichen Zeckenbissen.

Pflanzen als natürliche Helfer

Zahlreiche Pflanzen sondern natürliche Duftstoffe ab, die Insekten - insbesondere Stechmücken - gar nicht leiden können und diese daher vertreiben. Diesen Effekt kann man sich zunutze machen, um die lästigen Plagegeister zum Beispiel tagsüber von Gartensitzplatz, Terrasse und Fenstern fernzuhalten.

  • Moskitoschreck: Hierbei handelt es sich um eine bestimmte Sorte von Duftgeranien, die mit ihrem zitronenartigen Duft Stechmücken auf Abstand halten.
  • Katzenminze: Was Katzen lieben, können Insekten gar nicht leiden. Aufgrund des enthaltenen ätherischen Öls Nepetalacton vertreibt Katzenminze Stechmücken.
  • Eukalyptus: Der Duft dieser Pflanze ist bei Stechmücken äußerst unbeliebt.
  • Tomaten: Auch Tomatenpflanzen haben eine abschreckende Wirkung auf Stechmücken.

Bildquelle Bannerbild: pixabay.com, Oldiefan CCo Public Domain



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