It would kill me to draw a fan


Fanimation Deckenventilatoren

Sammler, Designer, Museumsführer: Mr. Tom Frampton gründete 1984 sein eigenes Unternehmen Fanimation.

Geschätzte Lesezeit: 5 min

Interview mit Mr. Frampton, Gründer und Geschäftsführer von Fanimation

Fanimation ist ein Hersteller von Deckenventilatoren, die mit besonderen Flügeln z.T. an historische Originale angelehnt sind. Im Inneren tragen die Modelle modernste Technik wie den lautlosen DC-Motor.

Frampton im Museum
Mr. Tom Frampton vor der Ventilatorsammlung
Fanimation Logo

Mr. Frampton ist ein Mann, der seine Jugend im Amerika der 1970er und 80er Jahre in Kalifornien verbrachte. Er hatte bereits als Schüler einen Bezug zu Antiquitäten und Geschichtlichem, trägt gern Lederjacke und krawattenlose Hemden in klaren Farben, z.B. dem warmen Lilaton des Fanimation- Brandings. Sein Büro schmücken Postkarten im 50´s Flair und ein Familienfoto.

Ist er eine Art Bill Murray der Ventilatorszene? Ein mürrischer Künstler, ein exzentrischer Sammler? Immerhin betreut er das Antike Ventilatoren Museum mit weit über 1.000 Exponaten, die er zum Teil auf abenteuerlichen Reisen errungen hat.

Gespannt sah ich dem, am Freitag den 13. Januar geführten Telefoninterview entgegen. Schnell wird klar, dass dieser bodenständige Mann sich stets an den Rat hielt, den er heute an die nächste Gründergeneration weitergibt: "Do what you like - Finde deine Leidenschaft und tu was du magst."
Herr Frampton, Sie kommen aus dem sonnigen Kalifornien, sind mit der Firma 1994 nach Indiana umgezogen. Kommen Sie mittlerweile mit dem Winter zurecht?
In Südkalifornien gibt es nur zwei Jahreszeiten, hier haben wir vier. Das bedeutet zwar mehr Vielfalt beim Wetter, aber heute haben -4°C. Wissen Sie was das bedeutet, es schneit! Brrr..

- Ja das Winterliche kennen wir bei creoven nur zu gut, aus dem Büro in Deutschland unser vollstes Verständnis.

Wie fing Ihre Leidenschaft für Ventilatoren an?
Während der Schulferien arbeite ich bei einem Antiquitätenhändler, der auch Ventilatoren führte. Ich sah ihn jeden Tag lang und passioniert arbeiten, er führte kleinere Reparaturen aus und pflegte die Ware gewissenhaft. Das hat mich inspiriert. Damals war mir noch nicht klar, dass ich speziell mit Deckenventilatoren zu tun haben möchte. Ich wusste nur, dass ich meine eigene Firma haben wollte. Um welches Produkt es dabei genau geht, stand für mich erstmal nicht im Vordergrund.

Mehr über die Unternehmensgeschichte im Fanimation Herstellertext

Sind in Europa andere Modelle gefragt sind als in den USA?
Mein Eindruck ist, dass in Europa vor allem die Anwendung im Vordergrund steht. Sehr wichtig ist der Luftstromwert. Es ist nicht so sehr das Finish, nicht der Style, sondern eher die Funktion, an die hohe Erwartungen gestellt werden. Bevorzugt wird ein simpleres Design, klarere Linien, alles temporär orientiert.

Wenn ich auf Messen unterwegs bin, schaue ich vornehmlich nach neuen technischen Entwicklungen. Beim Design machen wir eher das, was mir gefällt (lacht).
Ventilator The Punkah
Der erste umgesetzte Entwurf von Tom Frampton ist der seitwärts verlaufende Ventilator The Punkah® von 1978.
Gab es in den letzten Jahren deutliche Änderungen bei der Gestaltung von Deckenventilatoren?
Früher waren die Modelle teils bombastisch, sie sprangen einem als Hautbestandteil des Raumes direkt ins Auge. Heute sind Deckenventilatoren viel mehr in das gesamte Raumkonzept eingebunden, als Teil des Ganzen.

Designen Sie noch selbst?
Die meisten der Ventilatoren in unserem Produktkatalog entstanden aus meinen Überlegungen. Meist habe ich die zündende Idee, die Umsetzung erfolgt dann in Kollaboration mit anderen Designern und Ingenieuren. Auf einem Basislevel kann ich am Computer Prototypen darstellen, aber es würde mich umbringen, einen Ventilator von Hand zu zeichnen!



Als bekennender Sammler, wie viele Ventilatoren haben Sie denn zu Hause?
Bei mir steht nur ein Ventilator auf dem Schreibtisch. Ich habe den antiken General Electric letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt bekommen. Die anderen habe ich dem Museum geliehen.

Dafür haben wir bei dieser Video-Tour durch die Fanimation Bürogebäude noch etliche Deckenventilatoren entdeckt - so ganz ohne geht es wohl auch nicht : )

Übernehmen Sie manchmal die Rolle des Museumsführers?
Ja das mache ich gern, ich kann da viel erzählen. Die Leute mögen das. Die Gäste des Museums haben ja auch eine richtige Leidenschaft für Ventilatoren und legen weite Strecken zurück, um herzukommen.


Das Antike Ventilatoren Museum befindet sich seit 2009, auf Einladung Framptons hin, im Firmengebäude in Indiana und zieht jährlich zahlreiche Besucher an. Die einmalige Ausstellung hat in der Sammler-Gemeinde einen Kultstatus. Auf der Facebook-Seite des Unternehmens posten regelmäßig begeisterte Besucher, dass sie die Urgesteine der Deckenventilatoren endlich mit eigenen Augen sahen. Fanimation gehört aufgrund seiner ausgefallenen Modelle zu den beliebten Herstellern und bietet auf der Website T-Shirts und Kappen mit Firmenaufdruck an. Wer will schon ins Hard Rock Café?

Mr. Frampton zeigt die wertvollen Schätze des AFCA Antique Fan Museum

Wie stark ist Ihre Sammelleidenschaft? Schauen Sie jeden Tag im Internet nach neuen Verkäufen?
Genauso ist es! Ich schaue wirklich jeden Tag, wenn es nach mir ginge die ganze Zeit. Beispielsweise checke ich die Privatverkäufe im Internet, die Kleinanzeigen. Ich bin im Antique Fan Collectors Club mit rund 700 Mitgliedern, da bleibe ich informiert. Dort geht's aber nicht nur ums sammeln, sondern auch um vollständige Restauration im Labor.

Gibt es Ventilatoren, die Sie nicht mögen?
Nicht wirklich.

Gab es in letzter Zeit ein schönes Erlebnis bei der Arbeit?
Das Museum war am 28. Dezember hier in den USA im Fernsehen zu sehen. (Mr. Frampton ist ab der siebten Minute zu sehen.) Der Learning Channel brachte "My Kid's Obsession", das ist eine Reihe darüber, was Kinder sammeln. Ein Junge ist ein großer Sammler von Ventilatoren, er besitzt um die 200 Stück. Ich habe ihn und seine Eltern zu uns eingeladen. Er war außer sich, als er die seltenen Stücke gesehen hat.

Können Sie verraten, worauf wir uns in Zukunft aus Ihrem Hause freuen dürfen?
Oh, das Geheimnis kann ich nicht ausplaudern, jemand schaut mir über die Schulter. Ich bin grade nicht im Büro.
Frampton in China
Haben Sie noch andere Interessengebiete?
Ich interessiere mich für Geschichte und besuchte bedeutende Orte des Militärgeschehens auf der ganzen Welt. Auch andere Entwicklungen, die auf der Geschichte beruhen finde ich spannend, die Sprache beispielsweise.

Wohin geht Ihre nächste Reise?
Erst zu der Licht-Messe in Dallas, dann eine Woche Las Vegas. Im März besichtige ich die Produktionsstätten in China und treffe mich privat mit einem Sammler in Vietnam. Die vietnamesischen Ventilatoren sind einzigartig, sie unterscheiden sich z.B. von denen aus China oder Indien. Sie sind industriell, aber haben einen interessanten französischen und italienischen Design Einfluss.

Bild: Mr. Frampton bei einem früheren Aufenthalt in China. Auch diesmal wünschen wir Ihm viele spannende Erfahrungen und Inspiration für die neue Fanimation Produktlinie.

Bildquellen:
Blogbanner Zeichenstifte © coyot, pixabay.com, CC0 Public Domain
restliche Abbildungen © Fanimation, creoven.de


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