Ideale Raumtemperatur am Arbeitsplatz

03.05.2018 15:46 von Sarah Barnert

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Ideale Raumtemperatur

Wieder mal kalt und zugig im Büro? Welche Raumtemperatur ideal und vorgeschrieben ist, verraten wir Ihnen in diesem Blog.

Ideale Raumtemperatur im Büro

Laut Information der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung vom Dezember 2016 arbeiten in unserem Land ca. 17 Millionen Menschen in Büros. Deren Wohlbefinden hängt, neben einem sicher und ergonomisch ausgestatteten Arbeitsplatz, am behaglichen Klima bei ausreichender Lüftung.


Die als ideal empfundene Raumtemperatur hängt nicht nur mit der tatsächlichen Gradzahl zusammen. Zur Behaglichkeit sind auch Luftfeuchtigkeit und Bewegung (Zugluft) entscheidend. Dieselbe Temperatur kann bei hoher Luftfeuchte drückend wirken, bei leichtem Durchzug frischer. Natürlich zählen auch Belastungen mit Kohlendioxid, chemischen Ausdünstungen, Stärke der Sonneneinstrahlung, und psychologische Faktoren wie die Farbtemperatur im Raum mit zum Wohlgefühl. 20°C im blühenden Frühling werden anders wahrgenommen als dieselbe Temperatur bei herbstlichem Nieselregen. Des Weiteren spielen Bekleidung und Bewegung der Mitarbeiter und das allgemeine gesundheitliche Befinden mit ein.

Rechtliche Grundlage für das optimale Büro

Sicherheitsvorkehrungen an Bildschirm- und Büroarbeitsplätze fallen unter den Arbeitsschutz. Sie erhalten die Gesundheit und Arbeitskraft der Mitarbeiter und schonen Arbeitsmittel und Geräte. Die grundlegenden Gesetze und Verordnungen sind in der folgenden Abbildung dargestellt.

Arbeitsschutzgesetzte
© DGUV; Quelle: DGUV Information 215-410 "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze" Ausgabe September 2015

Die erste Fassung der deutschen Bildschirmarbeitsverordnung galt von 1996 bis zum Dezember 2016. Die aktuellen Arbeitsschutzgesetzte berücksichtigen geltendes Recht innerhalb der EU und beantworten die sicherheitstechnischen, medizinischen, ergonomischen und psychologischen Fragen rund um den Büro- und Bildschirmarbeitsplatz.

Bei der Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen ist u.a. zu beachten:
  • elektr. Sicherheit der Geräte und Kabel
  • ausreichend Licht, ohne Blendung und Spiegelung
  • Entfernung zum Bildschirm, einstellbare Helligkeit, Textgröße
  • automatische oder manuelle Lüftung
  • Temperaturregulierung Sommer/Winter
  • Luftfeuchtigkeit und -geschwindigkeit im zuträglichen Rahmen
  • Lautstärke und Lärm innen und von außen

  • zur DGUV Information 215-410 "Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, Leitfaden für die Gestaltung"
In diesem Blogbeitrag wollen wir uns auf die ideale Raumtemperatur und ein angenehmes Klima im Büro konzentrieren. Unter das optimale Büroklima fällt die Temperatur bei wechselnder Sonneneinstrahlung, die Luftfeuchtigkeit, der notwendige Luftwechsel, Belastung der Raumluft und psychisch bedingte Faktoren der Wahrnehmung.

Ideale Temperatur im Büro

Heisse Luft am Arbeitsplatz
Temperaturempfehlung der DGUV (auf Basis der Arbeitsschutzrichtlinien ASR A3.5) ist eine Innenraumtemperatur von 20 bis 22°C.

Sitzende Tätigkeit wird in der Arbeitsstättenverordnung als leichte Arbeit eingestuft. Bei ca. 20°C Lufttemperatur ist der menschliche Stoffwechsel aktiv und die Leistungsfähigkeit hoch.

An heißen Sommertagen leidet die Konzentration. Eine ausgedehnte Siesta ist in Nordeuropa allerdings unüblich. An Büro-Arbeitsplätzten sollte daher Kühlung möglich sein.

Ideale Raumtemperatur im Sommer

Ab 26°C verringert sich die Produktivität und Aufmerksamkeitsspanne, das Risiko für Unfälle steigt messbar an. Für ältere oder schwangere Mitarbeiter kann das Überschreiten dieser Temperatur bereits problematisch sein. Starke Sonneneinstrahlung soll z.B. durch das Anbringen von Jalousien abgemildert werden. Etwas zeitaufwändiger ist die Realisierung eines Vordaches, Balkons, feststehender Lamellen oder Bepflanzung. Auch ein Standventilator mit Oszillation kann im Hitzetaumel schnelle Linderung verschaffen. Trotz angebrachter Sonnenschutzsysteme kann während sommerlicher Hitzephasen die Innen-Lufttemperatur über 26°C steigen. Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten der ASR erlauben die zeitweise Überschreitung bis 30°C. Ab dieser Grenze müssen weitere bauliche und technische Maßnahmen gemäß Gefährdungsbeurteilung umgesetzt werden. Der Arbeitgeber muss die Erwärmung durch weitere Maßnahmen reduzieren. Dies kann durch die Entfernung von aufheizenden Lampen und Geräten wie Drucker und Kopierer aus dem Arbeitsraum geschehen. Die Gebäudelüftung soll am frühen Morgen erfolgen. Nach Erfüllung solcher organisatorischen Pflichten sind personenbezogene Maßnahmen, wie eine Lockerung der Kleiderordnung und das Bereitstellen kühler Getränke, festgeschrieben.

Fünf SOS Tipps zur Kühlung:
  • eAuftupfen ätherischer Öle: Eukalyptus, Pfefferminze, Grapefruit
  • Trinkwasser mit etwas frischer Minze und Zitrone bereitstellen
  • Hand-Ventilator Zippy auf 1.500 Umdrehungen pro Minute aufdrehen
  • Schuhe aus und Füße mit einem feuchten Tuch erfrischen
  • für Bewegung in der Raumluft sorgen, mit Lüfter oder Querlüftung
Ab einer Lufttemperatur von 35°C ist der Arbeitsraum ungeeignet, die Angestellten haben -für die Dauer der Überschreitung- hitzefrei. Ausnahme: der Arbeitgeber stellt Luftduschen, Wasserschleier oder Hitzeschutzkleidung zur Verfügung.

Ist eine Klimaanlage installiert, sollte die Temperaturdifferenz innen / außen höchstens 6°C betragen. Auch Zugluft sollte vermieden werden, da sie zu Verspannungen und Kälteempfinden führt. Die Luftgeschwindigkeit lässt sich per Temperaturregelung für Ventilatoren stufenlos abstimmen. Deckenventilatoren und Standlüfter verfügen oft bereits über drei bis sechs integrierte Laufstufen.

Ideale Raumtemperatur im Winter

Büroarbeit wird zum Großteil im Sitzen bei geringer Körperbewegung vollbracht. Sie wird als leichte Tätigkeit eingestuft und erfordert mindestens 20°C Lufttemperatur, gemessen auf 0,6 m Höhe. Der Pausenraum soll auf 21°C beheizt werden. Die Messung erfolgt im Idealfall stündlich mit einem strahlungsgeschützten Thermometer mit Messgenauigkeit von +/- 0,5 °C.
Arbeitsstättenverordnung / Technischen Regel für Arbeitsstätten - ASR - A3.5 - Raumtemperatur

Unter 17°C sollte die Lufttemperatur im Büro wegen dem Schimmelrisiko auch nachts nicht absinken. Wenn die Heizung schwächelt, kann ein portabler Elektro-Heizer Defizite schnell ausgleichen. Doch trotz auseichender Temperatur kann es den Mitarbeitern kalt vorkommen. Besonders Extremitäten wie Finger werden an der Tastatur gefühlt zu Eiszapfen. Das liegt u.a. daran, dass warme Heizungsluft aufgrund ihrer Physik nach oben zur Decke steigt. Der Fußboden bleibt eher kühl und entzieht dem Körper Wärme. Ein kleiner Wollteppich unter den Füßen und Schuhe mit dicken Sohlen helfen, sind aber keine Dauerlösung gegen den Luftauftrieb.

Luftschicht im Winter aufbrechen spart Heizkosten
Effektiver ist die Wärmerückführung per Deckenventilator. Moderne Ventilatoren verfügen über einen Rückwärtsgang, der die deckennahe Luftschicht aufbricht. Die eingesetzte Heizungswärme wird gleichmäßig im Raum verteilt. Dies spart dem Arbeitgeber ständiges nachheizen, was den Controller sicher freut. Die Betriebskosten von Gleichstrom-Deckenventilatoren sind besonders gering, sie laufen ab 3 Watt Stromaufnahme und können bei integrierter LED Beleuchtung auch die alte Deckenlampe ersetzen.

Lüftung im Büro

In geschlossenen Arbeitsräumen sammelt sich Kohlendioxid an, das ab 0,1 Volumenprozent die Raumluft stark belastet. Denn auch wenn man CO2 nicht riechen kann, schadet es Gesundheit, Konzentration und Arbeitsleistung. Regelmäßige kontrollierte Lüftung dient daher in erster Linie nicht dem Temperaturausgleich, sondern der Lufthygiene.

⮩ In geschlossenen Räumen muss durch freie oder maschinelle Lüftung eine gute Luftqualität erzeugt werden.

⮩ Ein kompletter Austausch der Büroluft pro Stunde, bei Meetings mit mehreren Mitarbeitern öfter, mindestens dreimal pro Stunde.

Wenn eine Raumlufttechnischen Anlage mit Abluft-Ventilator aus bautechnischen Gründe nicht realisiert werden kann, erzielt manueller Luftwechsel mit Querlüftung das beste Ergebnis. Doch manchmal wird die Fensterlüftung vergessen oder hinausgezögert. Ein kleiner CO2 Sensor kann helfen: er misst den Gehalt an Kohlendioxid und meldet sich, wenn Lüftung notwendig ist. Beispielsweise lassen wir uns im creoven Büro automatisch per E-Mail benachrichtigen, falls der Wert ins unhygienische neigt.

Beim Öffnen der Fenster bewegt sich der Mitarbeiter auch und beugt monotonem Sitzen, "dem neuen Rauchen" vor. Bei der Arbeit, auf der Arbeitsanfahrt und in der Freizeit werden täglich ca. 10 bis 14 Stunden "abgesessen". Bei dieser Körperhaltung neigt der Mensch zum flachen Atmen nur in die Brust. Kohlendioxid wird so nicht vollständig ausgeleitet und auch die Versorgung mit Sauerstoff fällt dem Körper schwer. Büroangestellte sollten daher zum Ausgleich Sport treiben, um die Muskulatur zu stärken und bewusst bis tief in den Bauch atmen.

Die beste Atemtechnik bringt aber nur bei guter Innenraumluft-Qualität Erfolg.
In unserem Ratgeber-Bereich können Sie sich über Luftwechsel, Zu- und Abluft und Luftfilter informieren. Gern beraten wir Sie auch persönlich oder am Telefon zur ideale Raumtemperatur und dem optimalen Klima am Arbeitsplatz.

Quellen:
http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/215-520.pdf
http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/215-410.pdf

Bilder:
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