Die Wohnung richtig kühlen: Tipps und Tricks

26.08.2015 17:10 von Tobias Krist

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Rekordhitze

Bei Rekordtemperaturen mit bis zu 40 Grad wird es im Gebäude stickig warm. Neben den technischen Investitionen helfen auch zahlreiche Haushaltstipps.

Inhaltsverzeichnis

  1. Richtig Lüften bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit
  2. Die Klimaanlage richtig einstellen
  3. Ventilatoren gezielt einsetzen
  4. Schutz vor der Sonne
  5. Hilfreiche Tipps

Durch die heutigen Gebäudekonstruktionen, Dämmungen und Bauweisen gibt es zwar viele entsprechenden Voraussetzungen für ein angenehmes Klima, doch der Aufenthalt kann sich trotzdem wie in einer Sauna anfühlen. Schließlich spielen die Faktoren Menschen, Geräte, Sonneneinstrahlung und Luftfeuchtigkeit immer noch eine große Rolle. Wir zeigen, wie trotz lang anhaltender Hitze die Wohnung kühl gehalten werden kann.

Richtig Lüften bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit

 

Thermometer
VieleMenschen sind der Meinung, dass ein gekipptes Fenster über den Tag für einen Austausch von frischer und vor allem kühler Luft von außerhalb sorgt. Die kühle Brise, die viele so gerne genießen, ist jedoch auch Träger von feuchter Luft, die sich besonders im Sommer direkt über dem gekippten Fenster und an den Fensternischen ansammeln kann. Das begünstigt die Schimmelbildung, die sich über viele Monate hinweg unbemerkt entwickeln kann.

 

Im Inneren des Hauses oder der Wohnung wird die Raumluft durch viele Tätigkeiten erwärmt und mit Feuchtigkeit versorgt. Dazu zählt das Kochen und Zubereiten von Essen, Körperhygiene und Ausdünstungen, Zimmerpflanzen und das Wäschewaschen. Bei vier Personen im Haus können bis zu 10 Liter Wasser als Raumluft abgegeben werden. Gibt es sehr kühle Ecken im Haus, ist dies bei mangelnder Lüftung eine Garantie für die Schimmelbildung.

50 Prozent Luftfeuchtigkeit bedeutet, dass die Luft die Hälfte der Wasserdampfmenge aufgenommen hat, die maximal möglich ist. Bei 100 Prozent ist die Luft vollständig mit Wasserdampf gesättigt. Kommt weitere Feuchtigkeit hinzu, ist Kondenswasser an Wänden und Fenstern zu erkennen. Dies kann bereits erfolgen, wenn Wohnungen und Räume schlecht isoliert sind oder unterschiedliche Temperaturen vorliegen.

Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt bei 40 bis 60 Prozent bei 20 bis 23 Grad.

 

Grafik

 

Besonders im Sommer sollte ein Stoßlüften erfolgen, denn die Luftfeuchtigkeit ist in den Sommermonaten erhöht. Gerade deshalb sollte mindestens 25 bis 30 Minuten gelüftet werden, um einen vollständigen Austausch der verbrauchten Luft zu ermöglichen. Durch die warmen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit findet der Austausch nicht so schnell statt, wie in den kalten Wintermonaten.

Da sich die Hitze im Sommer sehr stark stauen kann, empfiehlt es sich, nur in den frühen Morgen- und späten Abendstunden zu lüften oder über Nacht das Fenster geöffnet zu lassen, wenn eine Abkühlung angekündigt ist. Die kühle Luft kann so länger im Inneren gespeichert werden und heizt sich nicht zusammen mit der Außenluft auf. Das gleichzeitige Öffnen von allen Türen und Fenstern hilft abends und morgens, einen erfrischenden Durchzug zu ermöglichen, der die Wohnung weiter abkühlen lässt.

Den kühlen Keller sollten Hausbesitzer im Sommer auf keinen Fall bei heißen Temperaturen lüften, denn die warme Außenluft kondensiert an den kalten Wänden des Kellers und fördert den Nährboden für Schimmel.

 

Die Klimaanlage richtig einstellen

Wer sich eine Klimaanlage im Büro oder im Eigenheim angeschafft hat, wird sich über die kühle Luft im Inneren freuen. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn bei falschen Einstellungen können sowohl die Wohnung als auch die Bewohner unter der Anlage leiden.
Die Klimaanlage funktioniert im Prinzip wie ein Kühlschrank, denn ein Kältemittel befindet sich in einer Zirkulation im geschlossenen Kreislauf. Die Wärme des Raumes wird aufgenommen und nach außen abgegeben.

Besonders in Büros, in vielen Wohnungen und Zimmern unter dem Dach oder mit großen Fensterpartien kann die Luft sehr stark aufheizen. Eine Klimaanlage sorgt bei richtigen Einstellungen für eine gleichbleibende, angenehme Temperatur.

Empfohlen sind dabei jedoch Einstellungen, welche die Temperatur höchstens sechs Grad niedriger halten, als bei der bestehenden Außentemperatur. Die ideale Wohlfühltemperatur der meisten Menschen liegt zwar bei 20 bis 25 Grad, doch wenn 30 Grad Außentemperatur vorliegen, können Personen bei Innentemperaturen von unter 25 Grad bereits frieren. Der kühle Luftzug kann darüber hinaus Muskelverspannungen verursachen, wenn er zu kalt eingestellt ist.

 

 

Fenster
Deshalb sollte der Luftstrom im Raum dynamisch und in Bewegung sein und ein intelligentes Kühlsystem vorliegen. Da kalte Luft die Feuchtigkeit weniger gut aufnehmen kann, ist eine Entfeuchtung der Luft sinnvoll. Viele Klimaanlagen beinhalten diese Funktion und tauschen somit die Luft ebenso aus.

 

Doch bei Klimaanlagen gibt es zwei entscheidende Faktoren, die bei der Anschaffung zu berücksichtigen sind. Zum einen sind die Kosten für den Einbau der Anlage sehr hoch und zum anderen kann der Betrieb sehr viel Strom benötigen. Wer nachträglich eine Klimaanlage einbaut, muss wegen der Abluftkanäle durch die Wände bohren und auch im Inneren ist die Anbringung nicht immer unkompliziert gestaltet. Die Kosten können sich auf 800 bis über 10.000 Euro für Anschaffung und Einbau belaufen, je nach Größe der Räume. Pro Raum können bei hoher Auslastung dadurch zusätzliche Stromkosten von 100 bis 300 Euro und mehr pro Jahr entstehen. Meist schafft es die Anlage, nur Räume mit bis zu 20 Quadratmetern abzukühlen. Der Abluftschlauch muss die warme Luft oft ohne Unterbrechung nach außen lenken, benötigt ohne Festinstallation dann jedoch ein geöffnetes Fenster, was wiederum zur Verringerung der Effizienz führt.
Darüber hinaus ist die Ökobilanz der Geräte negativ, da durch den zusätzlichen Strombedarf der CO2-Ausstoß ansteigt. Leise sind meist nur die teuren Geräte, die günstigeren Alternativen können eine große Geräuschkulisse entstehen lassen.

 

Ventilatoren gezielt einsetzen

Viele Menschen sind tagsüber an das Büro oder den Arbeitsplatz gebunden und nicht überall stehen ihnen Klimaanlagen oder Kellerräume zur Verfügung. Ventilatoren sind eine Möglichkeit, die Personen zu kühlen und für ein angenehmes Raumklima zu sorgen. Dabei gibt es verschiedene Modelle und Größenordnungen, die je nach Raum und Vorliebe einzusetzen sind. Die meisten Ventilatoren geben in der höchsten Stufe rund 25 Watt Wärmeleistung ab, in der niedrigsten sind es nur drei Watt. Sie kühlen den Körper durch den Luftzug über die Haut, erleichtern die Transpiration und die Verdunstungskälte.
Es gibt jedoch bereits energiesparende Ventilatoren:

 

Sommerventilatoren sind darauf ausgerichtet, mit Höchstleistung im Sommer für frischen Wind zu sorgen. Unterschieden werden kann in Deckenventilatoren, Bodenventilatoren, Turm- und Tischventilatoren.

Die Bodenventilatoren brauchen eine große Leistungsstärke und können zum Teil bis zu 5000 Kubikmeter pro Stunde Luftförderleistung erbringen.

Tisch- und Turmventilatoren sollten passend im Raum platziert sein und die Bewohner nur für eine kurze Abkühlung direkt erreichen. Idealerweise sollten die Geräte in einer Entfernung von 180 bis 200 Zentimetern aufgestellt werden. Noch mehr Tipps gibt es in unserem Ratgeber Sommerventilatorren.

 

 

 

Ventilatoren
Deckenventilatoren sind vielseitig im Winter und im Sommer einsetzbar. Im Winter drehen sie links herum, um die warme Luft der Decke mit der kalten Luft des Bodens zu vermischen. Im Sommer drehen die Ventilatoren nach rechts, denn so wird die Luft an die Decke gedrückt und ein Luftfluss erzeugt, der angenehm kühlend wirkt.

 

 

Dabei sollten die Ventilatoren nach Größe und Höhe des Raumes ausgewählt werden, denn je kleiner der Durchmesser ist, desto schneller kann sich der Ventilator bewegen und je steiler der Winkel der Flügel ist, desto mehr Luft wird darüber befördert.

 

Weitere Berechnungen je nach Raumgröße gibt es unter Luftmengenermittlung.

 

Schutz vor der Sonne

Bevor sich ein Raum überhaupt aufheizen kann, sollten bei Erwartung heißer Tagestemperaturen Vorkehrungen getroffen werden, welche die Hitze erst gar nicht hineinlassen. Dabei helfen in der Regel Rollläden oder Vorhänge, welche die Räume verdunkeln.
Bei Dachfenstern wirken besonders Hitzeschutz-Markisen, denn diese reflektieren durch ihre Beschaffenheit das gleißende Sonnenlicht und lenken die Hitze so von außen ab. Hochwertige Varianten enthalten Aluminiumbeschichtungen, die Hitze und Kälte reflektieren, also im Winter und im Sommer einsetzbar sind. Eine Perlmuttbeschichtung hilft hauptsächlich gegen Hitze, denn die Oberfläche weist die Wärme ab.

 

Rollo
Am besten ist es, wenn die Rollos passgenau und so nah wie möglich an der Glasscheibe sitzen, denn so erfolgt die beste Wärmedämmung. Außerdem sollte das Rollo das Fenster vollständig abdecken.

 

Sonnenschutz wirkt im Übrigen außen stärker als innen, deshalb sind Rollläden effektiver als Jalousien im Inneren.

 

Wer auf langfristige Lösungen setzen will, kann das Büro und die Wohnung mit Sonnenschutzfenstern versehen, die bis zu 80 Prozent der Sonnenenergie vom Eindringen abhalten und trotzdem eine Sichtmöglichkeit erlauben.

 

Der Aufbau, auf Basis von Silberbeschichtungen, enthält die Innenscheibe, die Spezialglasfüllung im Scheibenzwischenraum, die Sonnenschutzbeschichtung und schließlich die Außenscheibe. Im besten Falle können diese Gläser bis zu fünf Grad Aufwärmung verhindern. Eine Alternative zu der kostspieligen Installation der Fenster ist die Sonnenschutzfolie, die sich auf jedes Fenster kleben lässt.

 

Hilfreiche Tipps

Neben den größeren Investitionen gibt es auch zahlreiche Haushaltstipps, die für eine kühle Wohnung sorgen können. Zum einen sollten alle elektrischen Geräte, die nicht zwingend notwendig sind, ausgeschaltet werden. Computer, Fernseher, Haartrockner, Spülmaschinen und Co. geben viel Wärme ab, welche den Raum zusätzlich aufheizen. Ein Wäschetrockner ist bei Temperaturen ab 20 Grad nicht mehr notwendig, wenn im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse genügend Platz zum Lufttrocknen besteht. Bewohner sollten Geräte im Standby-Modus vollständig ausschalten, das spart Wärmebildung und Kosten.

Wer auf den Computer im Sommer nicht verzichten kann oder will, der sollte auf eine hohe Lüfterleistung und Kühlung achten. Wichtig sind große Lüfter mit hoher Drehzahl und Lamellen aus reinem Kupfer als Abtransport für die Wärme. Grafikkarten und Prozessoren verursachen die größte Wärmebildung und sollten entsprechende Lüfter besitzen. Teilweise lassen sich diese auch aufrüsten.

Ein beliebter Trick für ein angenehmeres Raumklima ist das Aufhängen von handfeuchten Tüchern oder Bettlagen aus Baumwolle vor dem Fenster oder im Raum selbst. Das Trocknen entzieht der Luft Wärme, Verdampfungskälte entsteht und wer zusätzlich dazu einen Ventilator einsetzt, erhält eine angenehme Luftzirkulation. Doch hierbei sollte auf eine optimale Luftfeuchtigkeit geachtet werden, denn die zusätzliche Feuchtigkeit kann Raumklima und Bewohner belasten. Eine Alternative zu dieser Haushaltsmethode sind Ventilatoren mit Wasserzerstäuber, welche die trockene Raumluft befeuchten und die Verdunstungskälte entstehen lassen. Der AIROS Cool besitzt integrierte Luftbefeuchtungs-Systeme mit einem 1,8 Liter Wassertank, der sowohl im Sommer als auch im Winter die entsprechende Luftfeuchtigkeit generiert.

Kalte Wände und Fußböden sind ideal, um den Raum kühl zu halten. Große und schwere Teppiche werden im Sommer in der Regel selten benötigt und speichern sehr viel Wärme.

 

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